bAV in Unternehmen

DAX-Pensionswerke trotz Kapitalmarktschwankungen relativ stabil

Anzeige

Eingestellt: 6. Februar 2019 um 13:17   /   durch   /   Kommentare (0)

DAX-Pensionswerke trotz Kapitalmarktschwankungen relativ stabil

 Die Pensionsverpflichtungen der DAX-Unternehmen sanken im 4. Quartal 2018 leicht um 0,8 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die Modellberechnung „German Pension Finance Watch“ von Willis Towers Watson. Diese Entwicklung folgt dem Rechnungszins, mit dem die Verpflichtungen in den Bilanzen anzusetzen sind. Er stieg im 4. Quartal um vier Basispunkte auf 2,0 Prozent.

Gleichzeitig sorgte jedoch ein schwieriger Aktienmarkt für einen Rückgang der für die Pensionszahlungen reservierten Vermögen um 3,3 Prozent. In Summe sank damit der Ausfinanzierungsgrad (das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen) auf 65,8 Prozent. Damit ist der Ausfinanzierungsgrad niedriger als zum Jahresende 2017 (67,5 Prozent), aber deutlich höher als zum Jahresende 2016 (63,0 Prozent). Etwas stärker schwankten die entsprechenden Zahlen im MDAX.

Das Ergebnis lässt sich damit wie folgt zusammenfassen:

  • Leichter Anstieg des Rechnungszinses bringt Entlastung für die Pensionsverpflichtungen
  • Schwierige Aktienmärkte führen jedoch zu Rückgang der Pensionsvermögen
  • Ausfinanzierungsgrad sinkt leicht

„Die Unternehmen verfolgen diese Entwicklung durchaus aufmerksam“, berichtet Dr. Heinke Conrads, die bei Willis Towers Watson das Beratungsgebiet „betriebliche Altersversorgung“ (bAV) in Deutschland und Österreich verantwortet. Die bAV-Expertin führt weiter aus: „Insgesamt zeigt sich der Ausfinanzierungsgrad über die vergangenen Jahre jedoch relativ stabil – was nicht zuletzt auch der sorgsamen Steuerung der Pensionswerke und des Planvermögens durch die Unternehmen zu verdanken ist.“

Viele Pensionswerke solide aufgestellt

Conrads weist auf eine weitere Entwicklung hin: „Viele Unternehmen haben ihre Pensionswerke in den vergangenen Jahren risikooptimiert aufgestellt. Das ist eine gute Investition in die Zukunftsfestigkeit der bAV.“ So orientieren sich bei rund vier Fünftel der offenen Pensionszusagen in Deutschland die Pensionszahlungen an den Vorsorgebeiträgen, die während des Arbeitslebens der Mitarbeiter eingezahlt werden, wie der „Deutsche bAV-Index“ von Willis Towers Watson zeigt. Sie werden zudem häufig mit einem kapitalmarktnahen Zins verzinst. „Unternehmen garantieren ihren Mitarbeitern somit den Zins, der sich am Kapitalmarkt gut erwirtschaften lässt – und keinen Festzins, der sie verpflichten würde, in Niedrigzinszeiten zuzuschießen. Das trägt zu einer deutlichen Minimierung der Risiken in der bAV bei“, betont Conrads

Verwerfungen an Kapitalmärkten drücken auf Pensionsvermögen

„Die Pensionsvermögen, die zu großen Teilen in Aktien und Anleihen investiert sind, schwanken in der Regel mit den Bewegungen am Kapitalmarkt mit“, erläutert Aktuarin Hanne Borst, die bei Willis Towers Watson die versicherungsmathematische Beratung im bAV-Bereich leitet. Die anhaltende Unsicherheit in Bezug auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China, Unklarheit über den weiteren Verlauf der Brexit-Verhandlungen, der Haushaltsstreit der EU mit Italien sowie der vierte Zinsschritt der US-amerikanischen Notenbank FED haben die Aktienmärkte im 4. Quartal 2018 belastet. Lediglich die Anleihen-Renditen profitierten, ihre Entwicklung verlief im Gegensatz zu den anderen Anlageklassen positiv. Insgesamt drückte diese Entwicklung die Pensionsvermögen. Der gleichzeitige Anstieg des Rechnungszinses pufferte allerdings die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Ausfinanzierungsgrad zumindest teilweise ab.

Datengrundlagen

  • Die Modellberechnung „German Pension Finance Watch“ (GPFW) stellt die Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklungen auf deutsche Benchmark-Pensionspläne dar. Verglichen wird ein Musterplan, der Ende 2003 vollständig ausfinanziert war (100-Prozent-Plan) und laufend in Höhe der neu erdienten Ansprüche dotiert wird, mit einem für ein DAX- beziehungsweise MDAX-Unternehmen typischen Pensionsplan. Analysiert werden die aktuellen Entwicklungen auf der Verpflichtungsseite sowie die Erträge der für Pensionsverpflichtungen reservierten Kapitalanlagen. Die Datenbasis wird jährlich nach Erscheinen aller DAX-Geschäftsberichte aktualisiert. Die Untersuchung ergänzt die von Willis Towers Watson herausgegebenen Studien zu US-amerikanischen und weltweiten Benchmark-Pensionsplänen sowie zu den Schweizer Pensionsplänen, die quartalsweise erscheinen.
  • Im Rahmen des deutschen bAV-Index wurden 200 Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von mindestens 50 Millionen Euro analysiert. Betrachtet wurden dabei insgesamt 332 arbeitgeber- oder mischfinanzierte Versorgungszusagen. Geschlossene Zusagen, die von neueren Zusagen abgelöst wurden, sind nicht Gegenstand der Studie. Die Ergebnisse wurden mithilfe von Gewichtungsfaktoren nach den Kriterien Branche, Umsatz in Deutschland und Anzahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter in Deutschland der tatsächlichen Verteilung im deutschen Markt angepasst.

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar
Name E-mail Website