bAV-Branche

Bundestag hat Rentenpaket beschlossen

Anzeige

Eingestellt: 13. November 2018 um 09:18   /   durch   /   Kommentare (1)

Es wurde viel diskutiert und ist nach wie vor umstritten, doch es ist beschlossen. Letzte Woche hat der Bundestag dem Rentenpaket der schwarz-roten Koalition zugestimmt.

Das Rentenpaket umfasst verschiedene Änderungen. So wird insgesamt mehr Geld fließen in die Mütterrente, Erwerbsminderungsrente und zu Geringverdienern. Außerdem wird es eine Haltelinie für den Rentenbeitragssatz und das Rentenniveau geben – zumindest bis 2025. Danach muss neu entschieden werden.

Ältere Mütter werden gestärkt

Einen besonderen Stellenwert im Rentenpaket – auch im Hinblick auf die Kosten – nimmt die Mütterrente ein. Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, werden vom Rentenpaket besonders profitieren. Sie erhalten einen halben Entgeltpunkt mehr Rente. Das entspricht einem Plus von 16,02 Euro im Westen und 15,35 Euro im Osten. Damit wären ältere Mütter, die dann 2,5 Entgeltpunkte Rente erhalten, jüngeren Müttern, die 3 Punkte erhalten, fast gleichgestellt.

Kritikpunkt am Rentenpaket: Hohe Kosten

Ein Punkt, warum das Rentenpaket so heiß diskutiert wurde, sind die hohen Kosten. Laut der Deutschen Rentenversicherung belaufen sich diese auf 5 Milliarden Euro – jährlich. Damit kommt bis 2025 eine Summe von 32,3 Milliarden Euro zusammen. Allein 27 Milliarden Euro entfallen dabei auf die Erhöhung der Mütterrenten. Für die Finanzierbarkeit muss gegebenenfalls auch der Steuerzahler einstehen. Die Beiträge der Versicherten allein könnten dafür nicht ausreichen.

Anzeige

Der Plan: Finanzierung aus Beitragsmitteln

Bisher ist geplant, dass die Mehrkosten vollständig aus den Beiträgen finanziert werden und keine Steuermittel dafür eingesetzt werden müssen. Doch wenn die Mittel der Rentenkasse aufgebraucht sind, müsste letztlich doch der Steuerzahler einspringen. Der Finanzminister soll dafür ab 2022 500 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Experten fürchten, dass dadurch wiederum die Beiträge stark steigen könnten. Soweit notwendig, könnten bei Bedarf auch schon früher Gelder zur Verfügung gestellt werden – etwa wenn der Beitragssatz die Marke von 20 Prozent erreicht und die Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung unter 20 Prozent einer Monatsausgabe fallen würde.

Was passiert nach 2025?

Die Pläne enden aktuell mit dem Jahr 2025. Wie es danach weitergeht und wie die Finanzierung dann geregelt sein könnte, dies wird aktuell von der Rentenkommission der Bundesregierung „Verlässlicher Generationenvertrag“ erarbeitet. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen 2020 vorgestellt werden. Der Lösungsansatz soll nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch die private Altersvorsorge sowie betriebliche Altersversorgung umfassen.

Nächste Station: Bundesrat

Nachdem der Bundestag die Änderung beschlossen hat, muss das Rentenpaket noch den Bundesrat passieren. Wenn auch der Bundesrat zustimmt, können die Änderungen bereits ab 2019 greifen.

 

Bild: pixabay

Kommentare (1)

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar
Name E-mail Website

  • 13. November 2018 um 09:29 Claudia W. auf Detmold

    Ich bin froh, dass sich wieder etwas tut in Sachen Rente. Die Finanzierbarkeit bereitet mir selbst keine Kopfschmerzen.

    Reply