Basiswissen

Das Modell Lebensversicherung

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Eingestellt: 12. Juli 2018 um 07:39   /   durch   /   Kommentare (0)

Einst galt die Lebensversicherung als gute Möglichkeit, seinen Lebensstandard im Alter zu sichern. Viele Deutsche haben eine Lebensversicherung abgeschlossen, um neben der gesetzlichen Rente selbst aktiv fürs Alter zu sparen. Das ist eigentlich vorbildlich. Doch dann kamen die Niedrigzinsphase und damit die Sorgen, ob die Rechnung aufgeht. Mit dem letzten Urteil vom Bundesgerichtshof ist klar, die Lebensversicherung ist keine verlässliche Altersvorsorge mehr. Viele fühlen sich jetzt betrogen.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Kürzung von Bewertungsreserven verfassungskonform ist. Damit erhalten viele Versicherte weniger, als ihnen zugesichert wurde, denn die Versicherer können die Auszahlung ihrer Bewertungsreserven kürzen. Einzige Bedingung: Sie müssen ihren Kunden nachprüfbare Gründe nennen, warum andernfalls zugesagte Garantiezinsen in den Verträgen nicht sicherstellen können. Der sorgenfreie Ruhestand, den man sich eigentlich erspart hatte, rückt damit in unerreichbare Ferne. Betroffene Bürgen sprechen sogar von Enteignung. Ganz Unrecht haben sie damit nicht. Sie haben vor langer Zeit, zu guten Konditionen, eine Lebensversicherung abgeschlossen und natürlich fest mit dem Geld gerechnet. Von den erhofften Erträgen ist aber kaum was übrig geblieben. Das Urteil ist für diese Menschen besonders bitter.

Das Solidarprinzip

Hätte der Bundesgerichtshof allerdings anders entschieden, wären noch mehr Deutsche betroffen gewesen – nämlich die, die ebenfalls eine Lebensversicherung abgeschlossen haben und deren Rente erst in ein paar Jahren ansteht. Für sie wäre dann einfach zu wenig übrig geblieben. Das vorhandene Geld kann schließlich nur einmal ausgegeben bzw. verteilt werden. Wie lange die Niedrigzinsphase anhält, kann niemand voraussagen. Experten meinen daher, dass das Urteil zwar hart sei für die, die unmittelbar betroffen sind. Doch eigentlich gab es keine Alternative zu dem Urteil. Um die Gemeinschaft zu schützen, musste das Urteil so ausfallen. Nun gilt es, Lehren aus dieser Pleite zu ziehen.

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Das Modell Lebensversicherung

Das Vertrauen, das die Bürger in die Lebensversicherung als Form der privaten Altersvorsorge gesetzt haben, hat einen großen Dämpfer erhalten. Viele sprechen sogar davon, dass das Modell Lebensversicherung tot sei. In der Tat sind die Zahlen der Neuabschlüsse rückläufig, was aber in der aktuellen Situation niemanden überraschen sollte. Doch die Lebensversicherung kann gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Kritiker fordern schon lange, dass es mehr Transparenz in den Angeboten gibt und insgesamt die Kosten reduziert werden – etwa für Bearbeitung und Provisionen. Jetzt wäre eine gute Gelegenheit, den Deutschen zu zeigen, dass sich Lebensversicherungen doch lohnen.

Bild: pixabay

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