Ihr gutes Recht, Rechtsforum

Ist die Finanzierung des vorzeitigen Ruhestandes steuerfrei?

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Eingestellt: 28. Juni 2018 um 08:42   /   durch   /   Kommentare (0)

Wer für die Finanzierung seines vorzeitigen Ruhestandes Gutschriften auf einem Wertguthabenkonto anspart, muss dieses Geld zunächst nicht versteuern. Erst in der Auszahlungsphase fallen Steuern an (VI R 17/16).

Der Geschäftsführer einer GmbH hatte mit seinem Arbeitgeber vereinbart, durch Gutschriften auf einem Wertguthabenkonto monatlich 6.000 Euro von seinen laufenden Bezügen zu sparen. In der späteren Freistellungsphase sollte ihm das Geld für die Finanzierung des Ruhestandes ausgezahlt werden.

Die GmbH hielt sich an die Vereinbarung und führte Monat für Monat das Geld dem Wertguthabenkonto zu. Es wurden keine Lohnsteuern abgezogen. Als dies das Finanzamt erfuhr, forderte es die Lohnsteuern nach. Die Begründung des Finanzamtes war, dass es sich bei der Wertguthaben-Vereinbarung um zufließenden Arbeitslohn handeln würde.

Der Geschäftsführer klagte – und bekam Recht. Zunächst stimmt ihm das Finanzgericht zu. Das Finanzamt legte daraufhin Revision ein. Doch auch der Bundesfinanzhof gab dem Geschäftsführer Recht. Die Begründung: Ohne eine Auszahlung, ist auch keine Versteuerung notwendig. Nur der Lohn, der dem Arbeitnehmer tatsächlich zukommt, unterliegt der Lohnsteuer. Im vorliegenden Fall würde das Geld aber auf einem Wertguthabenkonto gesammelt, auf das der Geschäftsführer bis zum Eintritt seines Ruhestandes keinen Zugriff hat.

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