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Warum sind Sterbetafeln wichtig?

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Eingestellt: 16. April 2018 um 09:00   /   durch   /   Kommentare (0)

Niemand denkt gerne ans Alter oder sogar ans Sterben. Doch für die Berechnung der Rente oder einer privaten Altersvorsorge ist die Lebenserwartung eine wichtige Rechengröße. Versicherungen greifen dabei auf sogenannte Sterbetafeln zurück.

Anbieter von Vorsorgeprodukten müssen gut rechnen. Sie geben oft eine Garantie, dass ein bestimmter Betrag bis zum Lebensende ausgezahlt wird. Doch die Zeitspanne, in der Bezüge ausgezahlt werden, variieren mitunter sehr. Während Person A bereits mit Ende 60 an einer Krankheit verstirbt, wird Person B von Krankheiten weitestgehend verschont und feiert bald den 95-jährigen Geburtstag. Vorhersehen kann das in der Regel niemand – kein Wunder, die eigene Lebenswartung wird ganz individuell von unterschiedlichen Faktoren wie Lebensverhältnissen, Lebensführung, Beruf oder gesundheitlicher Verfassung beeinflusst. Doch Versicherungen müssen in die Zukunft schauen, damit sie verlässlich planen können und am Ende das Geld reicht.

Aktuelle Zahlen zur Lebenserwartung

Das Statistische Bundesamt hat die neue Sterbetafel 2014/2016 veröffentlich. Demnach haben neugeborene Jungen eine statistische Lebenserwartung von 78 Jahren und vier Monaten und neugeborene Mädchen von 83 Jahren und zwei Monaten. Die neue Sterbetafel spiegelt auch wider, dass die Menschen im Schnitt immer älter werden – eine weitere Herausforderung für Versicherungsanbieter, die genau rechnen müssen. Vergleicht man die aktuellen Zahlen mit Angaben von Anfang 1990, dann leben Jungen im Schnitt sechs und Mädchen vier Jahre länger. Für die Versicherungen ist besonders die Zeit ab dem Eintritt ins Rentenalter ausschlaggebend. Aktuell haben 65-jährige Männer eine verbleibende Lebenserwartung von fast 18 Jahren. Bei den Frauen sind es aktuell 21 Jahre.

Perioden- oder Kohortensterbetafel?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Sterbetafeln. Die aktuell veröffentlichten Zahlen gehören zu einer Periodensterbetafel. Dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme der Sterblichkeits-Verhältnisse der gesamten Bevölkerung. Die vorliegende Sterbetafel basiert dabei auf Daten der letzten 3 Jahre. Und diese drei Jahre werden für weitere Berechnungen zugrunde gelegt. Das heißt, dass durch eine Periodensterbetafel angezeigt werden kann, wie viele Jahre eine Person noch lebt, wenn ein Leben lang die Sterblichkeits-Verhältnisse des Betrachtungszeitraums, also der letzten drei Jahre, gelten würden. Um die zukünftigen Sterblichkeits-Verhältnisse zu berechnen, eignen sich Periodensterbetafeln also nicht. Dafür gibt es die Kohortensterbetafeln, die einer Längsschnitts-Betrachtung gleichen. In dieser Modellrechnung werden Sterbefälle und Bevölkerungszahlen eines Geburtsjahrgangs über die Zeit hinweg ausgewertet.

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Versicherungen verwenden eigene Sterbetafeln

Versicherungen nehmen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes lediglich zur Kenntnis. Sie haben eigene Sterbetafeln, da sie verschiedene Risiken mit einplanen müssen und insgesamt mehr Puffer brauchen, um ihre Leistungen am Ende auch auszahlen zu können. Die Deutsche Aktuarvereinigung e. V. (DAV) stellt daher eigene, sogenannte DAV-Sterbetafeln, zur Verfügung. Sie sind nach eigenen Angaben vom Gesetzgeber verpflichtet worden, die Versicherungstarife vorsichtig zu kalkulieren. Durch diese Sicherheitszuschläge weichen die DAV-Sterbetafeln von den Daten des Statistischen Bundesamtes ab.

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Bild: pixabay

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