bAV-Branche, Digitalisierung

Auch Versicherer wollen ein digitales Rentenkonto

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Eingestellt: 10. April 2018 um 08:52   /   durch   /   Kommentare (0)

Um ganz konkret zu wissen, wie viel Geld im Ruhestand zur Verfügung steht, muss Deutschland ein neues Informationssystem einführen. Die Deutschen brauchen mehr Transparenz – etwa durch ein digitales Rentenkonto. Auch die Versicherer sind für diese Lösung, möchten aber den Staat mit ins Boot holen.

Verbraucherschützer und Bürger haben es immer wieder gefordert: Ein digitales Rentenkonto, das endlich die nötige Transparenz bringt, damit die Deutschen auf einen Blick erkennen können, wie viel Geld ihnen im Alter tatsächlich zur Verfügung steht. Ein solches digitales Rentenkonto würde zum Beispiel die Einnahmen aus gesetzlicher Rente, privater Altersvorsorge und betrieblicher Altersversorgung nebeneinander darstellen. Das Suchen in verschiedenen Kontoauszügen der einzelnen Anbieter hätte damit ein Ende. Andere Länder, etwa Schweden oder die Niederlande, machen es vor: Hier gibt es bereits digitale Systeme, die einen ganzheitlichen Gesamtüberblick über alle Einnahmen im Ruhestand ermöglichen.

Versicherungen sind für ein digitales Rentenkonto

Verschiedene Versicherungen wurden im Rahmen einer Studie zu ihrer Meinung hierzu befragt. Teilgenommen haben insgesamt 19 Versicherungsgesellschaften, die im Segment Altersvorsorge zusammen einen Marktanteil von fast 50 Prozent ausmachen. 90 Prozent von ihnen sprach sich für ein säulenübergreifendes Informationsportal zur Altersvorsorge aus. Damit stimmen sie auch der Politik zu, denn auch im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung ist ein digitales Rentenkonto inzwischen verankert. 84 Prozent der Versicherer wünschten sich dabei eine Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft, zum Beispiel in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft.

Datensicherheit ist ein großes Thema

Wie immer spielt in Deutschland die Datensicherheit eine große Rolle. Für die befragten Versicherungsunternehmen war es daher besonders wichtig, dass die sensiblen Daten von einer neutralen Stelle zusammengetragen und verwaltet werden. 90 Prozent der Befragten gaben dies als wichtigen Punkt an. Diese neutrale Datensammelstelle müsste dann auch regelmäßig kontrolliert werden. Insgesamt nachvollziehbare Anforderungen seitens der Versicherer, die sich technisch und organisatorisch bestimmt gut umsetzen lassen. Außerdem hatten die Versicherer den Wunsch geäußert, dass im digitalen Rentenportal eine aussagekräftige Vergleichbarkeit von Geldanlage- und Versicherungslösungen gewährleistet werden kann. 89 Prozent der Befragten gaben dies an.

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Win-Win-Situation für Bürger und Versicherer

Von einem digitalen Rentenportal, das den Anforderungen der Bürger genauso wie der Versicherungen entspricht, würden beide Seiten profitieren. Die Deutschen könnten mit einem Blick erfassen, wie viel Geld ihnen im Alter tatsächlich zur Verfügung steht und damit gleichzeitig auch, ob gegebenenfalls eine Versorgungslücke geschlossen werden muss, um den gewünschten Lebensstandard im Ruhestand halten zu können. Davon wiederum würden die Versicherungen profitieren, denn sie können dann passende Vorsorgeprodukte dafür anbieten.

Bild: pixabay

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