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Alternative: Staatsfonds?

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Eingestellt: 9. April 2018 um 10:08   /   durch   /   Kommentare (0)

Bei Geld-Angelegenheiten genießen Makler und Versicherungsvertreter nicht immer den besten Ruf. Viele Deutsche sind verunsichert: Will der mir nur was verkaufen und Provision kassieren oder ist das wirklich eine lohnende Investition. Vielleicht wäre da ein Staatsfonds eine gute Alternative? Der Staat, der Geld für die Altersvorsorge seiner Bürger anlegt…

Tatsächlich wird das Modell der Staatsfonds bereits erfolgreich umgesetzt. In Schweden zum Beispiel legt der Staat Geld für die Altersvorsorge seiner Bürger an, wenn diese sich nicht selbst für ein privates Altersvorsorge-Produkt entscheiden. Dabei werden vielversprechende Unternehmen recherchiert und dort wird dann investiert – weltweit und breit gestreut. Der Erfolg gibt dem schwedischen Staat Recht. Die Rendite des schwedischen Staatsfonds (Staatsfonds AP 7) fällt sehr unterschiedlich aus, liegt aber meistens über dem Durchschnitt und konnte 2014 sogar den Spitzenwert von 31 Prozent Rendite verbuchen.

Altersvorsorge in Deutschland nach schwedischem Vorbild?

Nach wie vor ist die Situation in Deutschland so, dass die gesetzliche Rente nach Expertenmeinung nicht für alle im Alter reichen wird, damit sie den gewünschten Lebensstandard halten können. Daher rufen sie immer wieder dazu auf, selbst aktiv zu werden und über private Altersvorsorge und betriebliche Altersversorgung selbstständig für den Ruhestand zu sparen. Doch nicht alle kommen diesem Aufruf nach, entweder weil sie die Notwendigkeit nicht einsehen oder weil sie zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Die Angst vor Altersarmut geht auch deswegen immer wieder in Deutschland um. Nicht ganz unbegründet, wie die aktuell wieder steigenden Zahlen der Bezieher von Grundsicherung im Alter oder Erwerbsminderung belegen. Vielleicht wäre die Altersvorsorge nach schwedischem Modell also auch eine Variante für Deutschland? Die Idee wird aktuell von Vertretern der Fondsbranche, Versicherern, Politikern und Verbraucherschützern kontrovers diskutiert. Während von Verbraucherseite zum Beispiel gelobt wird, dass das Geld ohne Eigeninteressen investiert wird – vorausgesetzt politische Ziele spielen keine Rolle, kritisieren Branchenvertreter die Verzerrung des Wettbewerbs durch einen staatlichen Player. Es bleibt spannend, wie sich die Diskussion in Deutschland zu diesem Thema entwickelt und ob tatsächlich ein Staatsfonds für die Altersvorsorge der Deutschen aufgesetzt wird.

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So machen es die Schweden

Sollte Deutschland dem schwedischen Vorbild folgen? Das schwedische System sieht jedenfalls vor, dass jeder Schwede sich selbst aktiv um seine Altersvorsorge kümmert. Wer dies nicht tut, von dem wird monatlich ein Teil seines Gehaltes abgebucht. Dieses Geld wird dann automatisch in einem staatlichen Fonds angelegt. Der Vorteil des Staatsfonds: Die Verwaltungsgebühren sind deutlich niedriger als die Gebühren bei Anbietern privater Vorsorge. Sie liegen in Schweden bei nur 0,15 Prozent jährlich. Der Grund ist einleuchtend: Anders als private Fondsanbieter muss der schwedische Staats über den Staatsfonds keine Gewinne nachweisen. Gewonnen hat der schwedische Staat aber in jedem Fall: Die schwedischen Arbeitnehmer kümmern sich durch die Reihe weg um die Altersvorsorge – entweder durch die Wahl eines privaten Anbieters oder eben über Vater Staat.

Bild: pixabay

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