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Rente und Hartz4-Bezug – Leistungen im Alter

Eingestellt: 27. März 2018 um 10:42   /   durch   /   Kommentare (0)

Ein Gastbeitrag von Isabel Frankenberg, Interessengemeinschaft Sozialrecht e. V.

Die meisten Menschen arbeiten lebenslang hart dafür, um sich auch noch im Alter ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können. Das ist jedoch nicht immer ganz einfach, so z. B. wenn eine Arbeitslosigkeit bestand. Ob eine Rente in Verbindung mit Arbeitslosengeld möglich ist und vielen weiteren Fragen, widmet sich die Interessengemeinschaft Sozialrecht e. V. im kostenlosen Ratgeber zum Thema „Rente“. 

Die monatlichen Zahlungen im Alter werden auch „Leibrente“ genannt, zu welcher durch die deutsche Versicherungspflicht auch eine gesetzliche Rentenversicherung sowie eine gesetzliche Altersvorsorge zählen. Die Rente wird erarbeitet, indem ein Teil des Einkommens während des Arbeitslebens monatlich in die Rentenkasse eingezahlt wird. Die andere Hälfte wird vom jeweiligen Arbeitgeber übernommen. Zudem geht ein bestimmter Teil direkt an die Rentenversicherung, wodurch in Deutschland ein gesetzlicher Rentenanspruch besteht.

Die Rente kann in verschiedenen Formen auftreten. Eine Sonderform der Rente stellt z. B. die Erwerbsunfähigkeitsrente (EU-Rente) dar. Diese wird gezahlt, sobald eine Person erwerbsunfähig wird, also aufgrund einer Krankheit oder aus anderen Gründen keinerlei Tätigkeit nachkommen kann. Seit 2011 wird diese Rente offiziell für „Erwerbsminderung“ und nicht mehr für Erwerbsunfähigkeit erbracht, weswegen die richtige Bezeichnung nun “Erwerbsminderungsrente” (EM-Rente) lautet. Bis zum 65. Lebensjahr ist diese Form der Rente möglich, danach wird sie automatisch in die normale Altersrente umgewandelt.

Die Altersgrenze für die Rente wird immer wieder schrittweise vom 65 auf 67 Jahre angehoben. Welche Form der Rente in Anspruch genommen werden kann und wie hoch diese ausfällt, kann nicht pauschal gesagt werden. Dies hängt von jedem Einzelfall ab. So fällt beispielsweise die Rente für Beamte in der Regel höher aus.

Viele Menschen fragen sich, ob eine frühzeitige Rente möglich ist. Grundsätzlich gilt: Ja, jedoch müssen dabei häufig Abschläge in Kauf genommen werden. Wer demnach schon mit 60 Jahren in die Rente eintreten möchte, wird vermutlich nicht die volle Rente erhalten. Frühzeitig in Rente zu gehen ist allerdings ab dem 63. Lebensjahr möglich, insofern mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt wurde.

Unter Umständen kann eine Rente auch durch Arbeitslosengeld aufgestockt werden. Das ist allerdings nicht immer möglich und gilt nur für bestimmte Rentenarten. Grundsätzlich können neben der Altersrente keine weiteren Sozialleistungen ausgezahlt werden. Das legt das Sozialgesetzbuch II (SGBII) fest.  Dies bezieht sich jedoch nur auf den Rentner selbst; lebt dieser in einer Bedarfsgemeinschaft, sind andere Mitglieder weiterhin Hartz-4-berechtigt, insofern sie die Voraussetzungen erfüllen.

Bezieht eine Person jedoch Arbeitslosengeld II, muss sie hinsichtlich der Rente in der Regel Abschläge und Kürzungen hinnehmen. Wer dauerhaft nicht erwerbsfähig ist und eine EM-Rente bezieht, hat ebenfalls keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II.

Handelt es sich bei der betroffenen Person um einen teilweise Erwerbsfähigen, ist der Bezug von Arbeitslosengeld neben der Rente in Teilen möglich. Dies gilt, wenn er in der Lage ist, mindestens 3 Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

Weiterhin bestehen Ausnahmen, die einen Hartz4-Bezug trotz Rente auch ohne Abschläge möglich machen. Genauer handelt es sich hierbei um die privilegierte Rente. In diese Kategorie fallen Renten für Wehr- oder Zivildienstopfer, Opfer von Gewalttaten, politische Häftlinge oder auch Impfgeschädigte.

Weitere Informationen rund um das Thema „Hartz4“ finden Sie unter www.hartz4.de.

Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e. V.

Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e. V. wurde im Januar 2017 vom Rechtsjournalisten Marcel Weber in Berlin gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Transparenz im Bereich Sozialrecht zu schaffen, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die wichtigsten Themen zu bieten.

Ziel und Zweck der Interessengemeinschaft e. V. ist die Beobachtung sozialrechtlicher Entwicklungen, Analyse und Kommentierung aktueller Rechtsprechungen sowie der Bereitstellung von Informationen und Hilfestellungen für Leistungsempfänger und Interessierte. Dabei verfolgt der Verein keinerlei eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. In ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Vereins erhalten diese keine Zuwendungen oder Gewinnanteile aus Mitteln des Vereins.

Bildrechte: Isabel Frankenberg

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