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Handelsblatt Jahrestagung „Betriebliche Altersversorgung 2018“

Eingestellt: 16. März 2018 um 09:50   /   durch   /   Kommentare (0)

In Berlin fand diese Woche die jährliche bAV-Fachtagung des Handelsblatts „Betriebliche Altersversorgung 2018“ statt. Wie jedes Jahr trafen sich dort bAV-Anbieter, Unternehmen und politische Vertreter, um über die aktuellen Entwicklungen der bAV-Branche zu diskutieren.

Die Jahrestagung fand diesmal zum 19. Mal statt und ist inzwischen als das größte unabhängige Treffen zur bAV in der Branche eine fest etablierte Veranstaltung. Das zeigt sich auch an den hochkarätigen Experten: Über 60 bAV-Entscheider haben die Veranstaltung durch Vorträge und Diskussionsrunden mitgestaltet und damit für die Teilnehmer ein rundes Veranstaltungskonzept geschnürt. Unter den Rednern waren zum Beispiel Dr. Kai Beckmann, Präsident, Bundesarbeitgeberverband Chemie und Mitglied der Geschäftsleitung, Merck, Dr. Rainer Dulger, Präsident, Arbeitgeberverband GesamtMetall und Geschäftsführender Gesellschafter, ProMinent sowie Andrea Kocsis, Mitglied des ver.di Bundesvorstands.

Quo vadis BRSG?

Im Fokus stand diesmal natürlich das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das zum 01.01.2018 in Kraft getreten ist. Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, hat anfangs auch noch einmal die rentenpolitischen Inhalte des Koalitionsvertrages von SPD und CDU erläutert. Die Branche erwartet mit Spannung, wie die vereinbarten Änderungen, allen voran das Sozialpartnermodell, umgesetzt werden und schaut auf die Tarifpartner. Diese konnten aber nichts wirklich Neues berichten. Man hat den Eindruck, dass keine Branche Vorreiter sein möchte. Auf der anderen Seite bringen sich die Anbieter aber schon in Position und bieten den Tarifpartnern bereits konkrete Lösungen zur Umsetzung von Zielrentensystemen an.

Stellenwert der bAV-Digitalisierung

Echte Fortschritte konnten aber am dritten Tag zum Thema Digitalisierung in der betrieblichen Altersversorgung festgestellt werden. Der Digitalisierungsgrad in der bAV steigt an. Experten sehen in den Möglichkeiten der Digitalisierung größeres Potenzial, um die Verbreitung der bAV in Deutschland zu erhöhen, als im BRSG. Über entsprechende Lösungen kann das von Nobelpreisträger Richard Thaler vorgestellte Nudging (Schubsen) der Mitarbeiter in Richtung Altersvorsorge umgesetzt werden.

Das Management by Excel wird – wenigstens in großen Unternehmen – nach und nach durch eine Onlineverwaltung abgelöst. Das Angebot von bAV-Portalen für Arbeitgeber und Mitarbeiter wird größer und es wurden auch, wie die Praxisberichte von BMW und der Heidelberger Druckmaschinen AG zeigen, erfolgreiche Projekte umgesetzt, die u. a. zu einer Erhöhung der Entgeltumwandlungsquote in den Unternehmen geführt haben.

Diamond Star würdigt bAV-Digitalisierung

Am ersten Konferenztag wurden außerdem zwei bAV-Anbieter mit dem Diamond Star ausgezeichnet. Der Preis wird an digitale bAV-Leader verliehen. Prämiert werden in jedem Jahr zukunftsweisende digitale bAV Prozess- und Kommunikationskonzepte. Dieses Jahr konnte sich die Allianz in der Kategorie digitale Prozesse mit ihrer modernen Plattform „FirmenOnline“ und ZF in der Kategorie Verbesserte Kommunikation für ihre innovative und zeitgemäße App zum Deferred Compensation (Entgeltumwandlungs-) Modell für Führungskräfte durchsetzen.

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