Demografie

Höhere Lebenserwartung = Höheres Renteneintrittsalter?

Eingestellt: 26. Februar 2018 um 12:12   /   durch   /   Kommentare (0)

Natürlich hängen Lebenserwartung und Renteneintrittsalter zusammen. Doch wie stark darf diese Verknüpfung eigentlich sein?

Wer heute mit 65 Jahren und 7 Monaten in Rente geht, der wird statistisch betrachtet im Durchschnitt 20 Jahre (Männer) bzw. 23 Jahre (Frauen) Rente beziehen. Und die Lebenserwartung der Deutschen steigt immer weiter an. Daher wurde von der Politik die stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis 2031 beschlossen. Die Generation 1964 wird die erste sein, die mit 67 in Rente geht. Wann deren Kinder (Generation 2000) aber zum Beispiel in Rente gehen werden, ist noch fraglich. Immerhin werden sie statistisch gesehen im Durchschnitt 4 Jahre länger leben.

Sozialkassen sind stark belastet

Einerseits freuen sich die Deutschen über die steigende Lebenserwartung. Andererseits steigen dadurch auch die Kosten für alle. Und die Lage wird sich weiter zuspitzen. Die Deutschen werden immer älter, gleichzeitig werden nicht ausreichend Kinder geboren, um die finanzielle Last abzufangen. Vor dem demografischen Wandel warnen bereits seit langem die Experten.

Eine immer wieder diskutierte Lösung, um dem demografischen Wandel zu begegnen, ist die Anhebung des Renten-Beitragssatzes. Aktuell liegt er bei 18,6 Prozent. Soll es nach dem Willen der nächsten Großen Koalition gehen, bleibt das bis 2025 auch so. Welche andere Lösung kann es also geben? Ebenfalls hitzig diskutiert ist die weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Während die Gewerkschaften dagegen Sturm laufen, halten es Ökonomen für unausweichlich.

Beispiel Dänemark

Die Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung wird kommen – so meinen es viele Experten. In Dänemark wird dies bereits praktiziert. Bald soll Deutschland dem Nachbarn folgen. Starre Altersgrenzen und eine bezahlbare Rente, das passe nicht zusammen. Ein Vorschlag dabei ist, dass die gewonnene Lebenserwartung im Verhältnis 2:1 aufgeteilt wird, also bei drei Jahren längerer Lebenserwartung, sollen die Deutschen zwei Jahre später in Rente gehen. Das Thema ist nach wie vor ein „heißes Eisen“, die Politiker haben bestimmt auch deswegen bisher die Finger davon gelassen. Doch eine Vogel-Strauß-Politik wird keinem helfen, denn die steigende Lebenserwartung und die damit steigenden Kosten kommen so oder so auf die Deutschen zu. Das Problem ist also klar, die Lösung hingegen noch lange nicht.

 

Bild: pixabay

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