Basiswissen

Rentenversicherung für Selbstständige?!

Eingestellt: 23. Januar 2018 um 07:53   /   durch   /   Kommentare (0)

Auf den ersten Blick sind gesetzliche Rentenversicherung und Selbstständige zwei Begriffe, die nichts miteinander zu tun haben. Selbstständige zahlen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erhalten auch keine gesetzliche Rente, so meint man. Doch so schwarz und weiß ist die Zuordnung gar nicht. Auch Selbstständige können in die Rentenversicherung einzahlen.

Selbstständige müssen sich eigenständig um ihre Altersvorsorge kümmern. Damit stehen sie weit mehr unter Druck als etwa Angestellte, denn sie erhalten in der Regel keine Rente vom Staat. Das ist auch der Grund, warum die Gefahr der Altersarmut bei Selbstständigen, besonders bei Soloselbstständigen, so hoch ist. Ein Ausweg könnte dabei sein, doch in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen und im Ruhestand davon zu profitieren.

Selbstständige können Pflichtversicherung beantragen

Auch Selbstständige können im Alter gesetzliche Rente beziehen. Voraussetzung dafür ist, dass sie innerhalb von fünf Jahren nach Existenzgründung eine Pflichtversicherung bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Passiert dies innerhalb der Frist, können auch Selbstständige im Ruhestand auf das Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung zurückgreifen. Die Gefahr von Altersarmut kann dadurch effektiv reduziert werden.

Vorteil der gesetzlichen Rente – nicht nur für den Selbstständigen selbst

Nicht nur die Selbstständigen profitieren davon, eine Pflichtversicherung zu beantragen, auch die Hinterbliebenen sind abgesichert. Während der Selbstständige selbst zum Beispiel Anspruch auf Rentenzahlungen im Ruhestand oder eine Rente wegen Erwerbsminderung hat, ist die Familie über Witwen- oder Witwerrente beziehungsweise Halb- oder Vollwaisenrente für den Fall eines Todes abgesichert. Und auch bei der Riester-Rente können sich pflichtversicherte Selbstständige eine staatliche Zulage sichern.

Rentenbeiträge von Selbstständigen

Entschließt sich ein Selbstständiger für die Pflichtversicherung, orientiert sich die Beitragshöhe meist am sogenannten Regelbeitrag. Aktuell liegt der monatliche Regelbeitrag bei 283,19 Euro in den alten und 250,64 in den neuen Bundesländern. Einen besonderen Bonus gibt es dabei: Im Jahr der Gründung und in den folgenden drei Jahren muss nur der halbe Regelbeitragssatz gezahlt werden.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Den Schritt zur gesetzlichen Rente sollten sich Selbstständige – trotz aller Vorteile für sich und ihre Angehörige – reichlich überlegen. Denn die Entscheidung ist eine Einbahnstraße. Wer sich einmal für eine Pflichtversicherung entschieden hat, der bleibt auch dabei. Die Pflichtversicherung endet erst, wenn die selbstständige Arbeit endet. Eine Kündigung ist nicht möglich.

 

Bild: pixabay

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