Basiswissen

Sinkt der Rentenbeitragssatz 2018?

Eingestellt: 15. November 2017 um 10:07   /   durch   /   Kommentare (1)

Laut aktuellem Entwurf des Rentenversicherungsberichts geht es der gesetzlichen Rentenversicherung finanziell so gut, dass vielleicht der Beitragssatz 2018 von jetzt 18,7 auf 18,6 Prozent gesenkt werden könnte.

Es gibt Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit der Beitragssatz überhaupt gesenkt werden kann. Übersteigt die Rücklage 1,5 Monatsausgaben, muss der Beitragssatz gesenkt werden. Nur per Verordnung kann dieser Automatismus gestoppt werden. Experten rätseln aktuell, ob das im Sinne der Jamaika-Koalition wäre, etwa um sich mit dem Geld finanzielle Spielräume für eigene rentenpolitische Ideen zu schaffen.

Die gute Lage der gesetzlichen Rentenversicherung

In diesem Jahr sind die Beitragseinnahmen der Rentenversicherung um 4,4 Prozent gestiegen, nicht zuletzt wegen der guten Arbeitsmarktlage. Und auch der Flüchtlingsstrom hat sich positiv ausgewirkt, denn durch die steigenden Flüchtlingszahlen und besonders auch die Zahlen der ein- bis dreijährigen Kinder hat der Bund der Rentenversicherung deutlich mehr für Kindererziehungszeiten überwiesen als erwartet. Summa summarum wird damit die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung zum Ende des Jahres bei geschätzt 32,9 Milliarden Euro und damit die Reserve bei 1,59 Monatsausgaben liegen. Der Weg für eine Beitragssenkung wäre damit frei.

Wer profitiert von einer Senkung des Beitragssatzes?

Die Beitragszahler würde eine Senkung des Beitragssatzes natürlich freuen. Insgesamt könnten dadurch jährlich 1,2 Milliarden Euro an Abzügen eingespart werden. Die Rentner profitieren von der Senkung, weil die Rentenanpassung im Sommer 2019 um 0,13 Punkte höher ausfallen würde. Aber auch zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte würde die Senkung beitragen. Und Bund, Länder sowie Gemeinden profitieren von einer Senkung, da sie als Arbeitgeber fast 40 Millionen Euro Rentenbeiträge für ihre Beschäftigen einsparen könnten. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) forderte, dass die Senkung – wie gesetzlichen vorgeschrieben – zum 1. Januar 2018 kommt.

Prognose für den Beitragssatz: Steigend

Auch wenn sich Viele über eine Senkung des Beitragssatzes freuen würden. Perspektivisch betrachtet wird er steigen. Zunächst – bis 2022 – kann der Beitragssatz bei 18,6 Prozent gehalten werden, heißt es im Entwurf des Rentenversicherungsberichts. Danach wird er schrittweise und kontinuierlich angehoben, so dass er 2025 bei 20,0 Prozent und 2030 bei 21,6 Prozent liegen wird.

 

Kommentare (1)

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar
Name E-mail Website

  • 15. November 2017 um 10:12 Sophie K.

    Ich hoffe, der Beitragssatz wird gesenkt, dann haben die Arbeitnehmer spürbar was davon.

    Reply