bAV-Branche, Ein Blick über den Tellerrand

Alter Schwede, 6,7 Prozent Rendite auf dem Vorsorgekonto

Eingestellt: 14. November 2017 um 09:13   /   durch   /   Kommentare (0)

Die Schweden können beruhigt auf ihren Ruhestand warten. Dank eines Bürgerfonds sind sie bestens fürs Alter abgesichert und erhalten durch schlaue Investitionen durchschnittlich 6,7 Prozent Rendite – ein Wert, von dem deutsche Sparen nur träumen können.

In Schweden erhalten alle Bürgerinnen und Bürger automatisch ein Vorsorgekonto. Auf dieses Konto überweisen Arbeitgeber jeden Monat einen kleinen Prozentsatz des Einkommens, so dass kontinuierlich für die Rente gespart wird. Wer dies nicht wünscht, der kann dieses Konto beitragsfrei stellen oder das Geld anders ansparen. Dieses Opt-out-Modell wird im Rahmen der Umsetzung des Betriebsrentenstärkungsgesetztes zum 01.01.2018 auch in Deutschland eingeführt. Experten erhoffen sich dadurch einen Schub für die betriebliche Altersversorgung (bAV). Bisher mussten die Deutschen aktiv werden, wenn sie Geld fürs Alter in Form einer bAV ansparen wollten. Mit der Umkehr des Modells müssen sie nun, wie auch in Schweden, aktiv werden, wenn sie dies nicht möchten.

Kosteneffizienz fängt bei den Gebühren an

Ein weiterer Unterschied zwischen der schwedischen und der deutschen Altersvorsoge sind die Kosten für Abschluss- und Verwaltungsgebühren. In Schweden betragen sie weniger als ein Zehntel der Gebühren einer deutschen Lebensversicherung. Durch diese Kosteneffizienz der schwedischen Pensionsfonds erhalten die Schweden ein kostengünstiges und rentables Mittel für ihre zusätzliche Altersvorsorge. Auch Deutschland würde von einer Verschlankung der Gebühren – seit langem ein Dorn in den Augen der Verbraucher – profitieren. Experten rechnen immer wieder vor, dass die deutschen Pensionsfonds ebenfalls mit ähnlich niedrigen Kosten wie Schweden auskommen würden.

Gute Mischung aus Risiko und Sicherheit

Die Deutsche Altersvorsorge wird durch Garantieversprechen regelrecht ausgebremst. Lebensversicherungen sind zum Beispiel fast alle in festverzinslichen Wertpapieren angelegt, die allesamt eine schlechte Rendite aufweisen. In Schweden wird langfristig geplant. Hier werden die Beiträge bis zum 55. Lebensjahr ausschließlich in langfristig gewinnbringende Aktien angelegt. Erst ab dem 56. Lebensjahr wird die Aktienquote langsam zurückgefahren und Platz für festverzinsliche Papiere gemacht. Seit 17 Jahren kann mit diesem Mix aus Risiko und Sicherheit eine durchschnittliche Rendite von 6,7 Prozent erreicht werden.

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Bild: pixabay

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