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Rentensysteme im Vergleich

Eingestellt: 2. November 2017 um 09:00   /   durch   /   Kommentare (0)

Am Älterwerden kann man nichts ändern, alle Menschen weltweit werden älter und gehen in Rente. Doch wie viel man privat ansparen muss, um seinen Lebensstandard zu halten, das ist von Land zu Land unterschiedlich. Ein Vergleich von 12 Rentensystemen zeigt große Unterschiede…

Wie vergleicht man Rentensysteme am besten miteinander? Die USB International Pension hat für einen Gap Index eine Modellperson geschaffen, eine repräsentative Rentenanwärterin, für die die unterschiedlichen Bedingungen in verschiedenen Ländern ausgerechnet wurden. Diese Person ist weiblich, 50 Jahre alt, alleinstehend, lebt in einer Großstadt und hat einen einfachen, aber guten Lebensstandard. Für die Altersvorsorge hat sie sich bisher nicht groß interessiert. Anhand dieser fiktiven Person wurde überprüft, wie viel durchschnittliche Bewohner in Metropolen für eine auskömmliche Rente privat ansparen müssen (Sparquote). Verglichen wurden dabei die Rentensysteme aus der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien, den USA, Australien, Kanada, Japan, Hongkong, Singapur und Taiwan. Auch die Lebenshaltungskosten in den einzelnen Metropolen wurden bei den Rechenbeispielen berücksichtigt – jeweils ausgehend von einem einfachen Lebensstandard.

Weltweit große Unterschiede in den Rentensystemen

Die Ergebnisse könnten nicht unterschiedlicher sein. Mit 11 Prozent liegt die Sparquote in der Schweiz am niedrigsten. Spart die repräsentative Frau nur 11 Prozent ihres Einkommens, erhält sie, in Zürich lebend, mit 64 Jahren eine Rente, die einer Ersatzquote von 48 Prozent entspricht. Die sogenannte Ersatzquote gibt den Anteil der Rente gemessen am letzten Bruttoeinkommen wieder. Die Frau in Zürich bezieht ihre Rente im Schnitt 26 Jahre, da die Lebenserwartung einer 50-jährigen Frau in der Schweiz 2017 bei 90 Jahren liegt. Damit rangiert das Rentensystem der Schweiz auf Platz 1 im internationalen Vergleich. Ganz anders dagegen Taiwan, das Schlusslicht des Rankings: Eine vergleichbare Frau aus Taiphe müsste 157 Prozent ihres Einkommens ansparen, um mit 60 Jahren eine Ersatzquote von 32 Prozent zu erreichen. Die Lebenserwartung liegt bei 85 Jahren, also 5 Jahre geringer als in der Schweiz, allerdings ist das Renteneintrittsalter mit 60 Jahren relativ niedrig, so dass diese Frau immerhin 25 Jahre lang ihre Rente beziehen würde.

Deutschland auf Platz 5 im internationalen Vergleich

Das Rentensystem in Deutschland schneidet mit Platz 5 mäßig gut ab. Die besagte Frau lebt für das deutsche Beispiel in München. Um eine Ersatzquote von 50 Prozent zu erreichen, muss sie 40 Prozent ihres Einkommens ansparen. Damit kann sie ihren einfachen, aber noch guten Lebensstandard in der Stadt halten. Einziger Wermutstropfen: Die Lebenserwartung ist mit 87 Jahren eine der niedrigsten, unsere Modellfrau geht mit 67 Jahren in den Ruhestand und bezieht ihre Rente nur 21 Jahre lang.

Die Schere klafft weit auseinander

Sowohl die Höhe der notwendigen Sparquoten als auch der damit erreichten Ersatzquoten liegen weit auseinander. Die geringsten Sparquoten hat wie vorgestellt die Schweiz (11 Prozent Sparquote führen zu 40 Prozent Ersatzquote), gefolgt von Sydney/Australien (37 Prozent Sparquote, 72 Prozent Ersatzquote) und Singapur (38 Prozent Sparquote, 73 Prozent Ersatzquote). Die höchste Sparquote, um einen einfachen urbanen Lebensstandard zu halten, muss die 50-Jährige in Taipeh/Taiwan aufbringen (157 Prozent Sparquote, 32 Prozent Ersatzquote), gefolgt von Hongkong (153 Prozent Sparquote, 41 Prozent Ersatzquote) und Tokio/Japan (148 Prozent Sparquote, 55 Prozent Ersatzquote). Auch die Lebenserwartungen liegen in den untersuchten Industrieländern weit auseinander und legen – zusammen mit dem Renteneintrittsalter – fest, wie lange überhaupt Rente bezogen wird. Deutschland, und ebenfalls Großbritannien, bildet mit 87 Jahren fast das Schlusslicht. Eine noch geringere Lebenserwartung hat die 50-jährige Frau nur noch in Taiwan (85 Jahre) und den USA (83 Jahre). Die längste Lebenserwartung hat das Rechenbeispiel in Japan (91 Jahre), in der Schweiz und in Singapur (90 Jahre) und in Frankreich (89 Jahre). Das Renteneintrittsalter reicht von 60 Jahren (Taiwan, Japan) bis zu 67 Jahren (Australien, Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien und USA).

 

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Bild: pixabay

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