bAV-Branche, Ein Blick über den Tellerrand

Rentenoase Österreich

Eingestellt: 22. November 2017 um 07:49   /   durch   /   Kommentare (0)

Dass man sich mit anderen vergleicht, ist menschlich. Doch beim Blick nach Österreich werden deutsche Rentner das Nachsehen haben. Denn im Nachbarland bekommen die Menschen im Ruhestand deutlich mehr Geld.

Zum Vergleich: In Deutschland erhalten Rentner knapp 40 Prozent ihres Durchschnittseinkommens, in Zukunft wird es noch weniger sein. In Österreich hingegen liegt die Rate aktuell bei 78 Prozent, also bei fast dem Doppelten. Basierend auf den Zahlen für 2013 hat die Hans-Böckler-Stiftung für ihren Report „Alterssicherung in Deutschland und Österreich: Vom Nachbarn lernen?“ ausgerechnet, dass der österreichische Rentner, Pensionist genannt, nach 40 Beitragsjahren rund 1.560 Euro Rente pro Monat bekommt plus zwei weitere Auszahlungen – also insgesamt 14 Mal im Jahr. Ein deutscher Rentner erhält nach 40 Beitragsjahren rund 1.050 Euro und das auch nur 12 Mal im Jahr.

So finanziert Österreich die Pensionen

Österreich lässt sich den Wohlstand der Alten gerne etwas kosten. Drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden für Zuschüsse in die Rente investiert. Alle Erwerbstätigen, auch Selbstständige und Beamte, tragen ab einem Einkommen von 425 Euro das System mit. Der Beitragssatz liegt bei 22,5 Prozent – also deutlich über dem deutschen Beitragssatz (18,7 Prozent). Lücken werden aus Steuergeldern finanziert, aktuell rund zehn Milliarden Euro pro Jahr. Dabei hat Österreich ein Gesamthaushaltsvolumen von knapp 80 Milliarden. Die Pensionen haben also einen sehr wichtigen Stellenwert in Österreich. Erst vor kurzem wurden kleine Pensionen um 2,2 Prozent angehoben.

Stellenwert der privaten Altersvorsorge und betrieblichen Altersversorgung (bAV)

Da die gesetzliche Rente in Österreich so hoch ausfällt, haben andere Sparformen – wie etwa in Deutschland – keinen hohen Stellenwert. Was nicht weiter verwundert, denn die Aussicht auf finanzielle Absicherung motiviert nicht weiter zum Sparen. Lediglich 3,5 Prozent der Renten erwirtschaften die Pensionisten aus privaten Versicherungen. Damit liegt Österreich auf dem letzten Platz im Vergleich der westlichen OECD-Staaten. Um wieder den Vergleich zu bemühen: In Deutschland liegt dieser Wert bei 17 Prozent. Doch selbst mit privater Altersvorsorge oder bAV kommen deutsche Rentner nicht auf das Niveau der Österreicher. Mithilfe einer Riester-Vorsorge, so hat die Hans-Böckler-Stiftung ausgerechnet, kommt ein deutscher Rentner auf eine Bruttorente von ungefähr 50 Prozent seines Durchschnitteinkommens. Zur Erinnerung: In Österreich erreichen Pensionisten 78 Prozent.

Schwarze Wolken am Horizont

Trotz der guten Lage ist nicht alles rosarot in Österreich. Die hohen Kosten für die Renten führen immer wieder zu politischen Diskussionen. Nicht jeder Österreicher ist mittlerweile bereit, die Renten für die Pensionisten mitzutragen. Experten warnen immer wieder, dass das System zu Lasten der jüngeren Generation ausgelegt ist und bald nicht mehr tragbar sein wird. Änderungen im System scheinen, besonders auch mit Blick auf die demografische Entwicklung, daher unausweichlich. Ein erster Schritt könnte sein, das Renteneintrittsalter anzuheben. Aktuell gehen Männer mit 65 und Frauen mit 60 Jahren in Rente.

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