bAV-Branche, Ein Blick über den Tellerrand

Internationale Studie zur Altersvorsorge

Eingestellt: 6. November 2017 um 11:36   /   durch   /   Kommentare (0)

In einer Vergleichsstudie wurde die Altersvorsorge in 30 ausgesuchten Ländern untersucht. Deutschland bleibt, wie im Vorjahr, im vorderen Mittelfeld, erzielt aber den höchsten Punktezuwachs aller Länder.

Bereits zum neunten Mal hat das Beratungsunternehmen Mercer in Kooperation mit dem Australian Centre for Financial Studies den Melbourne Mercer Global Pension Index 2017 (MMGPI) erstellt. In der Studie wird die Altersversorgung unter den Aspekten Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität (Sub-Indices) untersucht und bewertet. Berücksichtigung finden dabei staatliche Rentensysteme und betriebliche Altersversorgung sowie private Anlagen und Vorsorgemaßnahmen.

Dänemark zum sechsten Mal in Folge Spitzenreiter

Für die Studie werden für alle untersuchten Aspekte Punkte vergeben (0 bis 100). Aus diesen Punkten wird ein Index gebildet. Vorweg schon mal: Eine Bestnote konnte kein Land erzielen (Note A, erforderlicher Gesamtindex von 80 Punkten). Aber bereits zum sechsten Mal in Folge belegt Dänemark im Ländervergleich den ersten Platz mit einem Gesamtindex von 78,9. Damit liegt Dänemark deutlich über dem Durchschnitt, der bei einem Index von 59,9 liegt. Dicht hinter Dänemark liegen die Niederlande (78,8) und Australien (77,1). Schlusslichter des Ländervergleichs sind Indien (44,9), Japan (43,5) und Argentinien (38,8).

Deutschland konnte sich am stärksten verbessern

Das deutsche Ergebnis scheint auf den ersten Blick nicht besonders positiv zu sein. Deutschland belegt Platz 13 und ist damit sogar einen Platz zurückgefallen im Vergleich zum Vorjahr. Aber insgesamt hat Deutschland nun mehr Punkte erhalten und zwar in allen untersuchten Aspekten (Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität). Der Gesamtindex ist damit um 4,5 Punkte von 59,0 (2016) auf 63,5 gestiegen. Kein anderes der untersuchten Länder konnte sich so deutlich verbessern. Dadurch stieg auch die Bewertung nach Noten von C auf C+. Bei der Beurteilung der Sub-Indices konnte Angemessenheit am stärksten punkten (76,5), gefolgt von Integrität (74,0) und Nachhaltigkeit (40,9).

Betriebsrentenstärkungsgesetz wird das Ranking positiv beeinflussen

Bisher keine Berücksichtigung fand das Betriebsrentenstärkungsgesetz, dass zum 1.1.2018 in Kraft tritt. Doch Experten sind sich einig, dass durch die anstehenden Änderungen der Gesamtindex von Deutschland im internationalen Vergleich weiter verbessert wird. Außerdem geben die Studienautoren folgende Handlungsempfehlung für Deutschland, wodurch ebenfalls das Ranking weiter gesteigert werden soll: Anhebung der Mindestrenten für Niedriglohn-Rentner, weitere Erhöhung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer, Verbesserung der Kommunikation an die Leistungsempfänger, Erhöhung der Teilnahmequoten in der betrieblichen Altersversorgung. Zum Teil finden diese Punkte bereits im Betriebsrentenstärkungsgesetz Berücksichtigung, so dass mit Spannung das nächste Ranking und Deutschlands Verbesserung erwartet werden kann.

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Bild: pixabay

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