Basiswissen

Der aktuelle Vorsorge-Atlas

Eingestellt: 30. Oktober 2017 um 09:00   /   durch   /   Kommentare (0)

Experten sind sich einig, dass die gesetzliche Rente für die Meisten nicht reichen wird, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Die Bürger sind wegen ihrer eigenen Situation verunsichert. Wo stehen wir also? Antworten dazu gibt es im aktuellen Vorsorge-Atlas.

Im dritten „Vorsorgeatlas Deutschland“ des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg, in Auftrag gegeben von der Union Asset Management Holding AG, wird die aktuelle Vorsorge-Situation in Deutschland hochgerechnet. Das Ergebnis ist einerseits beruhigend – das deutsche Rentensystem ist auch in Zukunft tragfähig – andererseits aber auch alarmierend, denn gut versorgt ist tatsächlich nur, wer neben der gesetzlichen Rente noch privat vorsorgt.

Die gesetzliche Rente ist sicher – wird aber nicht reichen

In den nächsten Jahren werden fast 34 Millionen Deutsche eine gesetzliche Rente beziehen. Sie erhalten damit im Durchschnitt eine monatliche Rente von 1.070 Euro. Das entspricht einer Ersatzquote von rund 48 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens. Das ist zwar ein sicherer und stabiler Grundpfeiler der Altersvorsorge, wird aber in den meisten Fällen nicht reichen, um den gewohnten oder gewünschten Lebensstandard zu halten. Allerdings gilt diese Aussage nicht über alle Generationen hinweg, denn zwischen den Generationen gibt es große Unterschiede. Während heute 50- bis 65-Jährige auf eine Ersatzquote von 65,1 Prozent kommen, erreichen heute 20- bis 34-Jährige lediglich eine Quote von 38,6 Prozent. Je jünger die Menschen sind, umso weniger werden sie von der gesetzlichen Rente profitieren.

In Eigenregie fürs Alter sparen

Um den eigenen Lebensstandard zu halten, sollte eine Ersatzquote von mindestens 60 Prozent vorliegen. Um dies zu gewährleisten, müssen die Bürger selbst fürs Alter sparen. Dies geht zum Beispiel über eine Riester-Rente oder betriebliche Altersversorgung (bAV) – in der Studie Schicht 2 genannt – oder über eine private Vorsorge (Schicht 3). Besonders die Riester-Rente erfreut sich großer Beliebtheit. In Deutschland gibt es 16 Millionen Verträge. Laut Studienautoren kann dieses Potential noch weiter ausgebaut werden. An zweiter Stelle folgt die betriebliche Altersversorgung mit rund 8 Millionen Verträgen. Durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das zum 1.1.2018 in Kraft tritt, wird die bAV noch weiter gestärkt. Zur dritten Schicht zählen die Studienautoren privat angespartes Geld- und Immobilienvermögen. Dadurch kann im Ruhestand fast ein Viertel des Einkommens ersetzt werden.

40 Prozent der Deutschen haben gut vorgesorgt

Wer alle drei Möglichkeiten (Schicht 1, 2 und 3) für die Altersvorsorge nutzt, der kann bei Renteneintritt eine Ersatzquote von durchschnittlich 82,6 Prozent erreichen und kann damit gut seinen Lebensstandard halten. Laut Studie machen das bereits 40 Prozent der Deutschen so. Das bedeutet im Umkehrschluss aber, dass 60 Prozent der Deutschen nicht alle Schichten – gesetzliche Rente, Riester-Rente und bAV, private Vorsorge – nutzen und nicht eine ausreichend hohe Ersatzquote bis zum Renteneintritt erreichen. Für diese Menschen besteht dringend Handlungsbedarf.

 

Bild: pixabay

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