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Lebensversicherungen im Wandel

Eingestellt: 6. Oktober 2017 um 11:33   /   durch   /   Kommentare (0)

Früher waren Lebensversicherungen hoch gefeiert. Mittlerweile aber ist diese Form der Altersvorsorge nicht mehr attraktiv. Das Vertrauen der Kunden sinkt zudem, auch weil Anbieter die LV-Sparten verkaufen. Die Verunsicherung bei Verbrauchern ist groß.

Das Problem mit der Lebensversicherung ist, dass sie meistens auf 30 oder mehr Jahre ausgelegt ist. So weit kann heute kaum jemand planen. Die Zeiten, in denen man Ausbildung und Berufsleben bei einem Arbeitgeber verbracht hat und auch der Rest des Lebens wie geplant verlief, sind schon lange vorbei. Heute wird von Arbeitgebern Mobilität und Flexibilität verlangt. Fünf Jahre beruflich in Frankfurt, danach München und später noch Berlin, so sehen viele Erwerbsbiografien aus. Das lässt sich schlecht planen. Außerdem machen Patchwork-Familie, Sabbatical oder längere Auslandsaufenthalte die Biografien von vielen Arbeitnehmern aus. So vielseitig wie das heutige Leben ist, so anpassungsfähig sollten heute Vorsorgeprodukte sein. Doch die realen Lebensumstände der Menschen passen nicht mehr zum Produkt Lebensversicherung.

Lebensversicherung stornieren oder ruhen lassen?

Was ist zu tun, wenn man merkt, dass die vor Jahren abgeschlossene Lebensversicherung nicht mehr ins eigene Lebenskonzept passt? Eine Kündigung lohnt sich in den meisten Fällen nicht. In den ersten Jahren werden die eingezahlten Beiträge oft erst mit der Abschlussprovisionen verrechnet. Wer seine Lebensversicherung kündigt, der verliert dieses Geld. Und verzichtet zudem auf den Bonus in Form eines Schlussüberschuss. Dieses Plus erhält nur, wer der Lebensversicherung treu bleibt. Und das lohnt sich wiederum wieder, so die Experten. Die Angst vor den finanziellen Verlusten erklärt also, warum die Zahl der Stornierungen trotz Verunsicherung nicht gestiegen ist. Im letzten Jahr haben lediglich 2,8 Prozent ihre Lebensversicherung storniert. Das sind so wenige, wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Anstatt die Versicherung zu stornieren, lassen sie viele Versicherungsnehmer einfach ruhen. Die Zahl der sogenannten beitragsfreien, also stillgelegten, Lebensversicherungen ist laut aktuellem Map Report im vergangenen Jahr auf über 27 Prozent gestiegen und markiert somit ein neues Rekordhoch. Vor zehn Jahren lag die Quote noch bei knapp 21 Prozent. Der Trend wird sich fortsetzen, glaubt man den Finanzexperten.

Niedrigzinsphase macht die Lebensversicherung unattraktiv

Insgesamt hat es die Lebensversicherung nicht leicht. Auch die Situation auf dem Finanzmarkt mit der anhaltenden Niedrigzinsphase ist für das aktuell schlechte Abschneiden der Lebensversicherung verantwortlich. Bereits im siebten Jahr sind die Zinsen so niedrig, dass eine Lebensversicherung schlichtweg unattraktiv ist. Dabei spielt es laut Experten keine Rolle, ob es sich um eine sogenannte klassische Lebensversicherung mit garantierter Verzinsung handelt oder um eine andere Variante. Das Gesamtprodukt Lebensversicherung ist nicht mehr attraktiv. Zudem wird auch die Konkurrenz immer größer, denn neben der klassischen Lebensversicherung stehen als Lebensversicherungen auch Riester-Rente oder Berufsunfähigkeitsversicherung zur Verfügung. In der Regel schließen Versicherungsnehmer nur eine dieser drei Versicherungen ab und entscheiden sich natürlich für die Version mit den besten Konditionen. Außerdem sind in der Niedrigzinsphase ETFs oder andere Wertpapierfonds für die Altersvorsorge gerade im Trend.

 

Bild: pixabay

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