Digitalisierung

IT-Optionen für Versicherungen oder welche Rolle spielen Startups in der Versicherungsbranche?

Eingestellt: 11. Oktober 2017 um 14:12   /   durch   /   Kommentare (0)

Über den Einfluss von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz auf die Versicherungsbranche diskutierten gestern in Düsseldorf IT-Verantwortliche von Versicherungsunternehmen, Maklern, Beratungsunternehmen und Softwareanbietern und boten einen interessanten und ungeschönten Einblick in die IT-Strategien der Versicherungsunternehmen.

Unter der Überschrift „Die Assekuranz zwischen Innovation und Kostendruck“ beschäftigten sich die Vorträge und Diskussionen dabei sowohl mit der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung der Versicherungskonzerne als auch mit ganz praktischen Themen wie der Bedienung von Schnittstellen zwischen den Versicherungsunternehmen und Maklern. Hierbei wurde klar: der Kostendruck und das geänderte Kundenverhalten bestimmen das IT- Konzept stärker als das Innovationspotenzial in der Branche. Dr. Klaus Endres, Vorstand Operations/COO der Zürich-Beteiligungs-AG, brachte die neuen Anforderungen der Kunden auf den Punkt: „Die Kunden haben sich schneller entwickelt als die Versicherungsbranche, der Kunde denkt in Interaktionsmedien und nicht in Vertriebswegen.“

Aus dieser Situation heraus ergibt sich die Positionierung der etablierten Versicherungsbranche zu den neuen Mitspielern am Markt, den Fin- bzw. InsurTechs. Die Vertreter der Versicherungsunternehmen waren sich einig, dass von den Startups keine Gefahr für das Geschäftsmodell der etablierten Versicherer ausgeht. Man setzt viel mehr auf Beteiligungs- und Kooperationssysteme, um die Ideen der StartUps für das eigene Geschäft zu nutzen und darauf, die Zukunft der Branche mit den neuen Playern gemeinsam zu gestalten. In dieser Symbiose wollen sich die Versicherungsunternehmen auf ihre Kernkompetenz, das Versicherungsgeschäft, besinnen und den Startups wie es aussieht die Innovation, d. h. die Entwicklung von neuen Geschäftsideen und von „Touchpoints“ zu den Kunden überlassen.

Das bedeutet konkret, dass die Versicherungen zunächst die bereits in anderen Branchen erprobten Mittel der Digitalisierung nutzen, um effiziente Prozesse und normierte Schnittstellen zu gewährleisten und damit die eigenen Verwaltungskosten zu senken. Hierzu werden auch Experimente mit Spracherkennungssoftware und künstlicher Intelligenz gemacht, um die neuen Technologien schon einmal auszuprobieren. Dabei ist aber eine deutliche Zurückhaltung zu spüren, die auch damit begründet wurde, dass man noch gar nicht weiß, wie die technische Entwicklung weiter geht.

Als Fazit lässt sich feststellen:

Digitalisierung und künstliche Intelligenz beeinflussen die IT-Strategie der Versicherungsunternehmen, sie werden die Entwicklung aber nicht aus eigener Kraft vorantreiben und stehen nicht unbedingt für Innovationsgeist. Für den Verbraucher werden die neuen Techniken mittel- bis langfristig zu mehr Transparenz und Vergleichbarkeit bei allen Versicherungsprodukten und zu einer Reduzierung der Kosten führen. Das ist insbesondere auch in Bezug auf Altersvorsorgeprodukte der Versicherungen eine wünschenswerte Entwicklung. Dem Kunden kann es dabei letztlich egal sein, ob die Innovationbereitschaft dabei von den Versicherungsunternehmen selbst oder von Startups ausgeht oder dem Druck der Kunden geschuldet ist.

Unser TOP-Thema für Sie!

„Digitalisierung“ wird in den Monaten September und Oktober das TOP-Thema im dbr-Webmagazin sein. Wir werden Sie in verschiedenen Berichten umfänglich dazu informieren und verschiedene Facetten der Digitalisierung beleuchten. Diskutieren Sie mit und nutzen die Kommentarmöglichkeit bei den Beiträgen. Wir freuen uns auf Ihre Meinung und einen regen Austausch!

Das Thema Digitalisierung interessiert Sie? Lesen Sie hier mehr dazu:

Bild: MCC

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar
Name E-mail Website