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Bei der Altersvorsorge an die Umwelt denken

Eingestellt: 25. Oktober 2017 um 08:32   /   durch   /   Kommentare (0)

Was haben Klimarisiken und Altersvorsorge gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts, doch Kapitalanleger sollten die Umwelt gut im Auge behalten, sonst haben sie vielleicht schnell das Nachsehen.

Sorgen Sie sich nicht, wenn Ihnen der Zusammenhang zwischen Umwelt und Altersvorsorge nicht sofort einleuchtet. So ging es auch den meisten befragten Unternehmen, die durch die Umweltschutzorganisation WWF und das Institut für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI) unlängst angeschrieben wurden. Für eine Analyse des Umgangs deutscher Versorgungseinrichtungen mit Klimarisiken hat das WWF und NKI insgesamt 351 Unternehmen beziehungsweise Versorgungseinrichtungen, darunter auch alle im Dax gelisteten Konzerne, einen Fragebogen zu diesem Thema zugeschickt. Sich mit dem Thema befasst und den Fragebogen ausgefüllt haben lediglich 12 Unternehmen – eine kirchliche Zusatzversorgungskasse, der Rest betriebliche Versorgungseinrichtungen. Das Ergebnis mager zu nennen, wäre eine große Untertreibung. Die Studienautoren attestieren den Unternehmen daher auch nicht nur eine große Distanz zu dem Thema, sondern sogar eine offene Ablehnung, sich mit dem Zusammenhang zu beschäftigen. Bei den 12 Unternehmen, die auf die Fragen ganz oder zumindest teilweise geantwortet haben, war keine einzige berufsständische Versorgungseinrichtung. Das Thema Klimarisiken scheint keine Rolle zu spielen, selbst nicht im Risikomanagement.

Klimarisiken beeinflussen den Finanzmarkt

Experten sind sich einig, dass die Umweltziele, die beim Weltklimagipfel 2015 in Paris zwischen 195 Ländern und der EU festgelegt wurden, nämlich die Begrenzung des globalen Temperaturanstieges auf unter zwei Grad Celsius, nun auf die Finanzwirtschaft übertragen werden müssen. Das sogenannte Pariser Abkommen wird nicht nur Einfluss haben auf die Umwelt, sondern gleichermaßen auf die Wirtschaft. Wie das? Ganz einfach: Alle Unternehmen, die in irgendeiner Weise auf fossilen Brennstoffen, also Öl, Gas und Kohle, beruhen, werden in den nächsten Jahren geprüft, neu bewertet, anders subventioniert. Insgesamt werden diese Sektoren von einem massiven Umbau betroffen sein. Geschäftsmodelle müssen neu gedacht werden, Anlagen und Technologien stehen auf dem Prüfstand. Einer gesamten Branche könnte die Prozessgrundlage entzogen werden, es drohen dann große Wertverluste. Das wiederum hat natürlich eine enorme Auswirkung auf die zu erwartenden Wertberichtigungen, zum Beispiel von Anlagevermögen und damit auch Kapitalanlagen, fassen die Studienautoren die Kausalkette zusammen. Wer seine Anlagestrategie nicht ändert, der setzt am Ende vielleicht auf das falsche Pferd und ist schnell abgehängt. Die Leidtragenden wären dann die Rentner, jetzige und zukünftige. Daher, so das Fazit von WWF und NKI, müssen deutsche Versorgungs- und Pensionskassen sich mit der Thematik Klimarisiken bei Kapitalanlagen beschäftigen und ihr Portfolio entsprechend anpassen. Klimabedingte Risiken müssen – gemäß der treuhänderischen Verantwortung – rechtzeitig minimiert werden.

Bild: pixabay

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