Hintergrundwissen bAV, Service & Tipps

„Finanztest“ untersucht Betriebsrenten

Eingestellt: 1. August 2017 um 10:00   /   durch   /   Kommentare (0)

In den letzten Wochen waren die Tageszeitungen voll von Meldungen zur betrieblichen Altersversorgung (bAV). Trotzdem blieb bei vielen Arbeitnehmern die Skepsis, ob sich eine Betriebsrente tatsächlich lohnt. Das Verbrauchermagazin Finanztest aus der Familie Stiftung Warentest hat für die Juli-Ausgabe verschiedene bAV-Angebote getestet und kommt zu dem Schluss, dass sich die Betriebsrente nicht in jedem Fall rechnet.

Ob sich eine Betriebsrente tatsächlich auszahlt, hängt laut Finanztest entscheidend vom Arbeitgeber ab. Ist er bereit, sich finanziell zu beteiligen, lohnt es sich eine Betriebsrente durch den Arbeitgeber abzuschließen.

Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer

Bei einer Betriebsrente können durch eine Entgeltumwandlung Steuern und Sozialabgaben gespart werden – eines der Hauptargumente für die Betriebsrente. Was Viele allerdings außer Acht lassen: Im Ruhestand muss die Betriebsrente beim Finanzamt versteuert werden. Außerdem werden dann die vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig. Die Betriebsrente rechnet sich also nicht für alle. Ein Beispiel: Werden auf den Anteil des Bruttolohns, der in eine bAV fließt, keine Rentenbeiträge gezahlt, fällt die gesetzliche Rente geringer aus. Zahlt zum Beispiel Max Mustermann, ledig, Jahresbruttogehalt 58.000 Euro, monatlich 100 Euro in die Betriebsrente ein, erhält er später monatlich fast 16 Euro weniger Rente als sein Kollege, der keine bAV abgeschlossen hat.

Augen auf bei der bAV-Zusage

Die Redaktion von Finanztest hat Angebote von 26 Versicherern für 45 Direktversicherungen untersucht. Grundsätzlich gibt es aber auch andere Durchführungswege als nur die Direktversicherung. Für den Vergleich ist Finanztest von einem Modellkunden ausgegangen: ein 40-jähriger Arbeitnehmer, der 27 Jahre lang 100 Euro jeden Monat in seinen bAV-Vertrag einzahlt. Zwischen den untersuchten Tarifen gab es große Unterschiede und so war auch das Endergebnis in der Rentenphase sehr unterschiedlich. Die garantierte monatliche Bruttorente lag zwischen 88 und 113 Euro. Bezieht man zum Beispiel 20 Jahre lang Rente, liegt der Unterschied damit bei insgesamt 6.000 Euro mehr oder weniger Rente.

Unabhängige Beratung

Um nachher nicht das Nachsehen zu haben, sollten sich Arbeitnehmer vor Vertragsabschluss beraten lassen. Sie sollten dabei darauf achten, dass die Beratung neutral, also nicht getrieben von Provisionen bei Vertragsabschluss, ist und dass sie alles richtig verstehen. Auf dieser Basis können Verträge abgeschlossen werden, die im Ruhestand Altersarmut tatsächlich verhindern.

 

Unser TOP-Thema für Sie!

„Hintergrundwissen bAV“ ist in den Monaten Juli und August das TOP-Thema im dbr-Webmagazin sein. Wir werden Sie hier in verschiedenen Berichten zur bAV und zum Betriebsrentenstärkungsgesetz umfänglich informieren. Diskutieren Sie mit und nutzen die Kommentarmöglichkeit bei den Beiträgen. Wir freuen uns auf Ihre Meinung und einen regen Austausch!

Die Themen betriebliche Altersversorgung und Betriebsrentenstärkungsgesetz interessieren Sie? Lesen Sie hier mehr dazu:

Bild: pixabay

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar
Name E-mail Website