Demografie

Steigende Lebenserwartung – eine gesellschaftliche Herausforderung

Eingestellt: 30. Juni 2017 um 09:43   /   durch   /   Kommentare (0)

Die Folgen der steigenden Lebenserwartung in Deutschland wurden aktuell in einer Studie von international renommierten Bevölkerungsforschern untersucht. Das Projekt wurde durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unterstützt, dem wichtig ist, die Zusammenhänge rechtzeitig zu erkennen und politische Weichen für den Umgang mit einer alternden Gesellschaft zu stellen.

Natürlich freuen wir uns alle, wenn wir älter werden und – bei guter Gesundheit – unseren Lebensabend genießen können. Das ist aber zu kurz gedacht, denn eine alternde Gesellschaft stellt enorme Anforderungen an alle. In Deutschland kommt gleichzeitig noch eine sinkende oder relativ niedrige Geburtenrate hinzu. Da sind gesellschaftliche Probleme vorprogrammiert, wenn nicht rechtzeitig reagiert wird. Die Zukunft der Gesellschaft muss entsprechend der steigenden Lebenserwartung gestaltet werden, damit die Menschen – die jungen und die alten – nicht das Nachsehen haben.

Transparenz schafft Klarheit

Es fängt oft schon mit der eigenen Lebenserwartung an. Die meisten Menschen unterschätzen ihre – statistisch errechnete – Lebenserwartung um sieben Jahre. Alexander Erdland, Präsident des GDV, schlägt daher vor, die durchschnittliche Lebenserwartung auf der Renteninformation anzugeben. Dann können die Menschen besser planen, wie sie ihren Lebensabend gestalten können – auch finanziell. Wer sich nicht bewusst ist, wie lange er rein statistisch Rente bezieht, der sorgt auch nicht zusätzlich vor. Wenn aber alle Fakten auf dem Tisch liegen, also alle Informationen transparent zur Verfügung gestellt werden, dann ist die Motivation, selbst vorzusorgen, anders. In jedem Fall kann der Ruhestand dann besser und konkreter geplant werden.

Arbeitswelt muss neu gestaltet werden

Auch die Arbeitswelt muss sich der steigenden Lebenserwartung anpassen. Hier ist die Politik gefragt, flexible Möglichkeiten anzubieten. Experten schätzen schon länger, dass eine Verlängerung des Arbeitslebens unausweichlich ist. Starre Altersgrenzen sind in der Zukunft nicht mehr haltbar. Gleichzeitig müssen auch entsprechende Job-Möglichkeiten geschaffen werden. Und ein weiterer wichtiger Aspekt, auf den Erdland hinweist, ist die Bildung. Um die Menschen fit zu machen für die sich wandelnde Arbeitswelt bedarf es einer bildungspolitischen Offensive.

 

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Bild: pixabay

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