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Sprechen Sie bAV?

Eingestellt: 12. Juni 2017 um 11:54   /   durch   /   Kommentare (0)

Das Themenfeld betriebliche Altersversorgung (bAV) und Altersvorsorge kann sehr komplex sein. Hier finden Sie wichtige Begriffe kurz erklärt.

Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e. V. (aba): Die aba ist der anerkannte deutsche Fachverband für Fragen der Zusatzversorgung. Zweck des Vereins ist die Förderung der betrieblichen Altersversorgung als wesentliches Element des Alterssicherungssystems in der Bundesrepublik Deutschland. Zu seinen Mitgliedern zählen Unternehmen aller Größenordnungen, Träger der betrieblichen Altersversorgung und Verbände sowie Einzelpersonen.

Betriebliche Altersversorgung (bAV): Betriebliche Altersvorsorge liegt gemäß §1 des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung vor, wenn einem Arbeitnehmer Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung aus Anlass seines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber zugesagt werden. Die Erbringung der zugesagten Leistungen kann durch den Arbeitgeber direkt oder einen Versorgungsträger erfolgen. Die betriebliche Altersvorsorge ist nach der gesetzlichen Rentenversicherung die zweite Säule der Altersvorsorge. Als Dritte Säule gilt die private Altersvorsorge.

Betriebsrentengesetz: Das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (Betriebsrentengesetz) regelt die betriebliche Altersversorgung in Deutschland. Neben dem Betriebsrentenrecht sind bei der Durchführung der bAV noch arbeits-, sozialversicherungs- und steuerrechtliche Regelungen zu beachten.

Direktversicherung: Der Durchführungsweg Direktversicherung ist einer der fünf Durchführungswege der bAV. Sie zeichnet sich durch einen geringen Verwaltungsaufwand auf Seiten des Arbeitgebers und durch ein hohes Maß an Sicherheit und Rendite auf Seiten des Arbeitnehmers aus. Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber entweder als Einzel- oder Gruppenvertrag eine Lebensversicherung für den Versorgungsberechtigten ab. Bei der Direktversicherung steht die Sicherheit einer kontinuierlichen Rendite im Vordergrund: Sie unterliegt der staatlichen Versicherungsaufsicht durch die BaFin und zusätzlich der Anlageregulierung nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz.

Direktzusage: Die Direktzusage ist einer der fünf Durchführungswege für die Gestaltung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Der Arbeitgeber bildet für die vereinbarte Leistung Pensionsrückstellungen in seiner Bilanz. Der Vorteil für den Arbeitgeber: Er kann diese Rückstellungen steuerlich geltend machen. Die Pensionsauszahlung zählt zudem aus Betriebsausgabe, bis zur Auszahlung kann das Kapital im Unternehmen bleiben. Der Arbeitnehmer profitiert von einer unbeschränkten Leistungshöhe und davon, dass im Insolvenzfall die Versorgungsleistung durch den PSVaG übernommen wird.

Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung (bAV): In Deutschland gibt es fünf Durchführungswege: Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds

Entgeltumwandlung: Entgeltumwandlung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer auf Teile seines Gehaltes zugunsten der Zusage von betrieblichen Versorgungsleistungen durch seinen Arbeitgeber verzichtet. Der Arbeitnehmer hat einen Anspruch darauf einen Betrag in Höhe von 4 % der jeweiligen BBG in der gesetzlichen Rentenversicherung jährlich umzuwandeln. Dieser Betrag ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Die daraus resultierenden Versorgungsleistungen (Rentenzahlungen, Kapital) sind jedoch zu versteuern. Außerdem fallen Krankenversicherungsbeiträge an. Hier ist zu beachten, dass der Arbeitnehmer den kompletten Beitrag und nicht nur den hälftigen Beitrag übernehmen muss.

Pensionsfonds: Der Durchführungsweg Pensionsfonds für die Gestaltung einer bAV wurde erst 2002 eingeführt. Er steht für ein höheres Maß an Flexibilität sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Hauptmerkmal ist, dass der Pensionsfonds gute Renditechancen bietet, da er keinen Anlagebeschränkungen unterliegt. Gleichzeitig ist das dadurch bedingte Ertragsrisiko ein Nachteil für Arbeitnehmer.

Pensionskasse: Die Pensionskasse ist einer der fünf Durchführungswege der bAV. Dabei handelt es sich um von Arbeitgebern getragene Unternehmen, rechtlich gesehen selbstständige Unternehmen, aufsichtsrechtlich Versicherungen. Sie gewähren dem Versorgungsberechtigten oder auch seinen Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen und zeichnen sich durch eine eher konservative Vermögensanlage mit einer kontinuierlichen und sicheren Rendite aus. Sie finanzieren sich über Zuwendungen der Trägerunternehmen und aus Vermögenserträgen. Aus Sicht des Arbeitnehmers ist die Sicherheit der Kapitalanlage ein besonderes Plus.

Subsidiärhaftung: Bei allen Durchführungswegen der bAV unterliegt der Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer hinsichtlich der Leistungen einer Subsidiärhaftung, das bedeutet, dass er für die zugesagten Leistungen nach § 1 Abs. 1 S. 3 BetrAVG einsteht. Die Haftung greift, wenn der externe Versorgungsträger nicht leistet oder die Leistungen geringer ausfallen, etwa weil nicht in ausreichendem Umfang Beiträge an eine Direktversicherung gezahlt wurden.

Unterstützungskasse: Eine Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung. Für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist die Unterstützungskasse der älteste der fünf zur Verfügung stehenden Durchführungswege. Dabei werden Zahlungen vom Arbeitgeber geleistet, die sie entweder direkt oder durch Entgeltumwandlung des Arbeitnehmers finanziert. Die Versorgungsleistung erfolgt über Beiträge, die mit steuerlicher Wirkung als Betriebsausgaben angesetzt werden können. Durch eine Subsidiärhaftung ist der Mitarbeiter geschützt, falls die Unterstützungskasse die zugesagten Leistungen nicht erbringen kann. In diesem Fall springt der Arbeitgeber ein. Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Unterstützungskassen, die pauschaldotierte und die rückgedeckte Unterstützungskasse.

 

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Bild: pixabay

 

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