Demografie

Verrat mir deinen Job und ich weiß, wie viele Kinder du hast

Eingestellt: 23. Mai 2017 um 10:00   /   durch   /   Kommentare (0)

Gibt es sie, Berufsgruppen, die besonders kinderreich sind? Oder sind das nur Vorurteile? Tatsächlich haben Familien, deren Mütter in der Reinigungsbranche tätig sind, besonders viele Kinder. Doch woran liegt das?

Was auf den ersten Blick irritiert, ist bei näherem Hinschauen plausibel. Für die Anzahl der Kinder spielen nämlich verschiedene Faktoren eine große Rolle. Entscheidend für die Kinderzahl ist zum Beispiel die Bildung der Eltern oder ob es einen Migrationshintergrund gibt.

Reinigungskräfte haben im Durchschnitt 2,18 Kinder

Für die Untersuchung wurden Daten von mehr als 20.000 Befragten vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und der F.A.Z. ausgewertet. Das zunächst überraschende Ergebnis: statistisch gesehen haben Reinigungskräfte durchschnittlich 2,18 Kinder und liegen damit weit über der allgemeinen Geburtenrate von 1,5 Kindern in Deutschland. (Das dbr-Webmagazin hat hierzu aktuell berichtet: In Deutschland steigt die Geburtenrate wieder)

Geringe Bildung als Faktor für Kinderreichtum gilt nur für Frauen

Die Erklärung liegt darin, dass in dieser Branche sehr viele Frauen mit niedrigen Bildungsabschlüssen arbeiten, und genau diese Gruppe ist insgesamt besonders kinderreich. Männer mit niedrigen Bildungsabschlüssen hingegen haben – ganz anders als die Frauen aus dieser Gruppe – besonders wenige Kinder. Das Geschlecht ist hierbei also entscheidend. Frauen mit niedrigen Bildungsabschlüssen sind allerdings in allen Branchen kinderreich, es gibt hier nur wenige Ausnahmen. Auch bekommen diese Frauen früher Kinder und haben daher mehr Zeit für die Familienplanung als zum Beispiel Frauen mit hohen Bildungsabschlüssen, wobei hier besonders westdeutsche Hochschulabsolventinnen hinten liegen.

Frauen mit Migrationshintergrund bekommen mehr Kinder

Ein weiterer Faktor, warum weibliche Reinigungskräfte mehr Kinder bekommen als Frauen in anderen Berufsgruppen ist, dass in dieser Branche vermehrt Frauen mit Migrationshintergrund arbeiten und diese Frauen bekommen im Durchschnitt ebenfalls mehr Kinder als Frauen ohne Migrationshintergrund. Schaut man sich die Geburtenrate von 1,5 Kindern vor diesem Hintergrund an, so liegt die Geburtenrate für Frauen mit Migrationshintergrund bei 1,95 Kindern und für Frauen ohne Migrationshintergrund bei 1,43 Kindern.

 

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„Demografie“ wird in den Monaten Mai und Juni das TOP-Thema im dbr-Webmagazin sein. Wir werden Sie hier in verschiedenen Berichten zu diesem Thema umfänglich informieren. Diskutieren Sie mit und nutzen die Kommentarmöglichkeit bei den Beiträgen. Wir freuen uns auf Ihre Meinung und einen regen Austausch!

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Bild: pixabay

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