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Einkommenssteuer trotz Rente?

Eingestellt: 16. Mai 2017 um 09:43   /   durch   /   Kommentare (0)

Müssen Rentner Einkommenssteuer zahlen? Ja, wenn Sie durch ihre Rente und sonstige Einkommen über den festgelegten Betrag kommen.

Als Rentner ist man nicht automatisch von der Einkommenssteuer befreit. Auch im Ruhestand darf die Grenze des gesetzlich festgelegten Grundfreibetrags nicht überschritten werden. Viele Rentner fühlen sich von der Regelung nicht angesprochen, weil Sie ja „nur“ Rente beziehen und kein eigentliches Einkommen mehr haben. Gezählt werden aber neben den Renteneinkünften alle sonstigen Einkommen und dazu zählen zum Beispiel auch Einnahmen aus Vermietung oder Kapitaleinkünften und natürlich auch Einkünfte aus (Mini-)Jobs. 2015 lag der gesetzlich festgelegte Grundfreibetrag bei 8.472 Euro pro Person, 2016 waren es 8.652 Euro und für dieses Jahr sind es 8.820 Euro. Rentner sollten diese Beträge kennen und sich jedes Jahr neu informieren.

Keine Regel ohne Ausnahme

Bei Rentnern, die vor 2040 erstmalig eine gesetzliche Rente beziehen werden, greift die sogenannte nachgelagerte Besteuerung, wodurch die Bezüge nur zum Teil steuerpflichtig sind. Laut Alterseinkünftegesetz sind Beiträge während der Ansparphase steuerfrei oder steuerbegünstigt, die ausbezahlten Rentenleistungen müssen jedoch anteilig versteuert werden. Der Besteuerungsanteil ist in § 22 Einkommenssteuergesetz (EStG) geregelt. Entscheidend für die Höhe ist das Jahr des erstmaligen Rentenbezugs. Der sich daraus ergebende steuerfreie Anteil der Altersbezüge wird als Eurobetrag aus der erstmalig erhaltenen vollen Jahresbruttorente ermittelt und gilt als individueller Rentenfreibetrag. Dieser Betrag ist dann für den gesamten Zeitraum, in dem Rente bezogen wird, steuerfrei.

Jährliche Prüfung ist zwingend

Der Rentenfreibetrag ist also individuell und wird zu Beginn der Rente festgelegt. Rentner müssen jedoch die jährlichen Rentenerhöhungen im Auge behalten, denn diese werden zu 100 Prozent versteuert. Die Rentenanpassungen haben also unmittelbar Einfluss auf das steuerpflichtige Renteneinkommen. Wer zu Beginn seiner Rente noch unter der Grenze lag, kann sie durch Rentenerhöhungen im Laufe der Jahre überschreiten. Eine jährliche Prüfung ist daher dringend notwendig.

Wer erstmalig bis 2005 Rente bezieht, bei dem beträgt der Besteuerungsanteil 50 Prozent. Der Anteil wächst bis 2020 um jährlich zwei Prozentpunkte, bis 2040 um jeweils einen Prozentpunkt bis dann 100 Prozent erreicht werden. Konkret bedeutet das zum Beispiel: Wer 2017 erstmalig eine Altersrente bezieht, der muss 74 Prozent seiner Rentenbezüge versteuern. 26 Prozent der Rente hingegen sind steuerfrei.

Deutsche Rentenversicherung Bund berät bei Fragen

Das Thema ist komplex und für Rentner sehr wichtig. Wer Fragen hat oder nicht sicher ist, ob nun Einkommenssteuern zu zahlen sind oder nicht, der kann sich an den Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) wenden. Der DRV hält hierzu auch die Broschüre „Versicherte und Rentner: Informationen zum Steuerrecht“ bereit, die im Internet heruntergeladen werden kann.

 

Bild: Tim Reckmann/pixelio.de

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