Demografie

Die Bedeutung der Lebenserwartung für die Altersvorsorge

Eingestellt: 3. Mai 2017 um 11:55   /   durch   /   Kommentare (0)

Die Lebenserwartung spielt für Versicherungsanbieter eine entscheidende Rolle. Auf ihrer Grundlage werden die monatlichen Auszahlungen oder der Auszahlungszeitraum – je nach Vertragsmodell – berechnet. Deswegen schauen Versicherer beim Thema Lebenserwartung ganz genau hin.

Herr K. möchte eine private Rentenversicherung abschließen. Sein Versicherer berechnet dafür die Lebenserwartung von Herrn K. und legt dafür die DAV-Sterbetafeln, die regelmäßig aktualisiert werden, zugrunde. Die Deutsche Aktuarvereinigung e. V. (DAV) rechnet für private Rentenversicherte mit einer höheren Lebenserwartung als das Statistische Bundesamt. Grund dafür ist, dass auf die Sterbe-Wahrscheinlichkeit ein Abschlag vorgenommen wird. Wenn die tatsächliche Sterblichkeits-Entwicklung von der erstellten Berechnung abweicht, entstehen Risikoüberschüsse. An diesen wird Herr K. aber zu 90 Prozent beteiligt. Das ist in der Mindestzuführungs-Verordnung verankert. Würden die Versicherungen nicht so vorsichtig kalkulieren, könnte der Fall eintreten, dass Beiträge nicht mehr in vereinbarter Höhe ausgezahlt werden könnten. Die Daten des Statistischen Bundesamtes fließen zwar in die Berechnungen und die Sterbetafeln mit ein. Darüber hinaus werden aber besonders auch die Todesfallstatistiken der Versicherungsunternehmen für die Berechnung herangezogen. Weitere Quellen sind Berechnungen internationaler Forschungseinrichtungen und Auswertungen des Deutschen Rentenversicherung Bund.

Sinn und Zweck der DAV-Sterbetafeln

Die Sterbetafeln werden bei der Berechnung der Lebenserwartung zugrunde gelegt. Schon zu Vertragsbeginn werden bei Lebensversicherungen die Beiträge und die gesamte Laufzeit berechnet und garantiert. Dabei sind Vertragslaufzeiten von 50 Jahren und sogar länger keine Seltenheit. Die Versicherer rechnen dabei nach dem vorgeschriebenen Prinzip der vorsichtigen Kalkulation und planen Sicherheitszuschläge ein. Das ist im Versicherungsaufsichtsgesetzt vorgeschrieben. Würden sie dies nicht tun, würden sie also zu niedrige Annahmen berechnen, könnte die Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge nicht garantiert werden.

Die DAV verwendet Generationentafeln, anders als die in amtlichen Statistiken üblichen Periodensterbetafeln, die keine Aussage darüber treffen, wie sich die Sterblichkeitsverhältnisse in Zukunft verändern werden. Genau dies wird bei den Generationentafeln berücksichtigt, zum Beispiel die sinkende Sterbe-Wahrscheinlichkeit seit den 1950er-Jahren, die auf eine gesündere Ernährung und insgesamt weniger tödlicher Arbeits- und Autounfälle zurückzuführen ist oder die Auswirkungen durch die bessere medizinische Versorgung.

Rentenversicherungskunden leben länger

Die DAV hat darüber hinaus eine interessante Beobachtung gemacht. Laut den Statistiken leben Kunden, die eine Rentenversicherung abgeschlossen haben, länger. Das hängt damit zusammen, dass junge Versicherungsnehmer oft auch einen höheren Bildungsstand haben und ein höheres Einkommen nachweisen können. Beide Faktoren wirken sich in der Regel positiv auf die allgemeine Lebenserwartung aus. Auch bevorzugen wohl eher die Kunden, die sich subjektiv gesünder fühlen, eine lebenslange Rentenauszahlung anstatt der Kapitalauszahlung.

 

Unser TOP-Thema für Sie!

„Demografie“ wird in den Monaten Mai und Juni das TOP-Thema im dbr-Webmagazin sein. Wir werden Sie hier in verschiedenen Berichten zu diesem Thema umfänglich informieren. Diskutieren Sie mit und nutzen die Kommentarmöglichkeit bei den Beiträgen. Wir freuen uns auf Ihre Meinung und einen regen Austausch!

Das Thema Demografie interessiert Sie? Lesen Sie hier mehr dazu:

 

Bild: pixabay

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar
Name E-mail Website