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Auswirkung der Arbeitslosigkeit auf die Rente

Eingestellt: 10. Mai 2017 um 13:45   /   durch   /   Kommentare (0)

Alle Arbeitnehmer sind in der gesetzlichen Rentenversicherung und tun damit etwas für ihre Rente. Aber auch bei Arbeitslosigkeit bleiben Arbeitnehmer zunächst über die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert. Trotzdem wirkt sich die Zeit der Arbeitslosigkeit auf die spätere Rente aus.

Wer arbeitssuchend wird, der hat erst einmal anderes im Kopf, als an die Rente zu denken. Zunächst einmal muss man sich bei der Agentur für Arbeit melden, Arbeitslosengeld beantragen und eine neue Anstellung finden. Doch es lohnt sich, genau hinzuschauen und sich zu informieren. Die Deutsche Rentenversicherung hat in einer Broschüre Daten und Fakten hierzu gesammelt. Die Broschüre „Arbeitslos – Was Sie beachten sollten“ kann online bestellt oder heruntergeladen werden.

Trotz Arbeitslosigkeit zunächst weiterhin gesetzlich rentenversichert

Zunächst die gute Nachricht: Wer arbeitssuchend ist und Arbeitslosengeld I erhält, bleibt pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung – vorausgesetzt er kann die notwendige Vorversicherungszeit nachweisen. Das ist der Fall, wenn er im Laufe des Jahres zumindest für kurze Zeit rentenversicherungspflichtig war, bevor er arbeitssuchend wurde und Arbeitslosengeld erhalten hat. Kann er die notwendige Vorversicherungszeit nicht nachweisen, erhält aber Arbeitslosengeld I, sollte ein Antrag auf Rentenversicherungs-Pflicht gestellt werden. Wird dieser bewilligt, werden die Rentenversicherungs-Beiträge von der Agentur für Arbeit übernommen.

Rentenminderung durch Arbeitslosigkeit

Und nun die schlechte Nachricht: Trotz weiterhin bestehender gesetzlicher Rentenversicherung, vermindert sich der Rentenanspruch. Das ist so, weil die Agentur für Arbeit die Rentenbeiträge auf Basis des Arbeitslosengeldes I berechnet und das fällt geringer aus als das bisherige monatliche Bruttogehalt. In der Regel liegt das Arbeitslosengeld I bei 80 Prozent des bisherigen Gehalts, so die Faustregel. Dementsprechend vermindert sich der Rentenanspruch, der in dieser Zeit erworben wird, um circa 20 Prozent.

Bei Arbeitslosengeld II endet die gesetzliche Rentenversicherung

Anders verhält es sich, wenn bei längerer Arbeitslosigkeit Arbeitslosengeld II, also Hartz IV, bezogen wird. In diesen Fällen übernimmt die Agentur für Arbeit nicht mehr die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Das bedeutet dann, dass für diese Zeit keine Rentenansprüche erworben werden können, was sich entsprechend negativ auf die spätere Rentenhöhe auswirkt. Wie hoch die Minderung ausfällt, hängt maßgeblich von der Dauer der Arbeitslosigkeit ab.

Dennoch sollten Arbeitslose, die Hartz IV erhalten, prüfen, ob gegebenenfalls die Zeit, in der Arbeitslosengeld II bezogen wurde, als sogenannte „Anrechnungszeit ohne Bewertung“ gewertet werden kann. Damit kann zwar nicht die Rentenhöhe beeinflusst werden, aber die Zeit kann entscheidend sein im Hinblick auf das Erreichen einer 35-jährigen Wartezeit. Das ist relevant für eine Altersrente für langjährig Versicherte oder schwerbehinderte Menschen.

Deutsche Rentenversicherung gibt Auskunft

Wer Fragen hat, vielleicht zu seinem eigenen Fall, der kann sich neben der vorgestellten Broschüre auch direkt bei der Deutschen Rentenversicherung informieren. Dort wurde extra die kostenfreie Service-Nummer 0800 10004800 eingerichtet. Über die Website kann auch eine Beratungsstelle in der Nähe gesucht werden.

 

Bild: Berthold Bronisz/pixelio.de

 

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