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Wachsende Angst beim Thema Altersvorsorge

Eingestellt: 28. April 2017 um 09:53   /   durch   /   Kommentare (0)

Zu niedrige Renten, Angst vor dem Thema Altersvorsorge, Verunsicherung durch die andauernde Niedrigzinsphase – der aktuelle AXA Deutschland-Report 2017 zeichnet ein düsteres Bild.

Seit 2015 werden im AXA-Report die Einstellungen und Verhaltensweisen von Berufstätigen und Ruheständlern untersucht. Für den diesjährigen repräsentativen Report wurden im Februar in allen Bundesländern 3.381 Online-Interviews geführt. Die Ergebnisse von diesem Jahr markieren einen neuen Tiefpunkt: Die Menschen in Deutschland sind in Sorge, sie fühlen sich nicht ausreichend versorgt und haben Angst vor Altersarmut.

Angst vor Altersarmut

Die Menschen haben Angst, dass sie ihren Lebensstandard im Ruhestand nicht halten können. Angst vor Altersarmut ist kein neues Phänomen, die anhaltende öffentliche politische Diskussion um die Rente sowie die niedrigen Zinsen verunsichern die Bürger aber zusätzlich. So hat auch die Angst vor einer Verschlechterung der Lebensqualität im Alter in diesem Jahr nochmals zugenommen. 2016 gingen 40 Prozent der Befragten von einer Verschlechterung der Lebensqualität im Ruhestand aus, 2017 waren es bereits 56 Prozent. Dabei ist für 79 Prozent der befragten Berufstätigen die Absicherung im Alter eines der drei wichtigsten Ziele.

Wunsch nach betrieblicher Altersversorgung

Um im Alter besser abgesichert zu sein und sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen zu müssen, fordern die Befragten eine Stärkung der betrieblichen Altersversorgung (bAV). 74 Prozent aller Erwerbstätigen und 75 Prozent aller Rentner fänden es gut oder sehr gut, wenn der Staat die betriebliche Altersversorgung insgesamt stärker fördern würde. Mit der gesetzlichen Rente hingegen sind 70 Prozent aller Ruheständler nicht einverstanden, sie beklagen die Höhe als nicht angemessen, besonders im Vergleich zu ihren Einzahlungen. „Eine verbesserte betriebliche Altersversorgung kann in Deutschland wirksam zur Lösung der Vorsorgeproblematik beitragen“, fasst Dr. Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstands im AXA Konzern, die Untersuchungsergebnisse zusammen. Auch bezüglich der Umsetzung haben die Befragten konkrete Vorstellungen: Unter den Rentnern wünschen sich 86 Prozent, unter den Berufstätigen 73 Prozent der Befragten, dass Berufsanfänger automatisch in eine betriebliche Altersversorgung einbezogen werden.

Misstrauen bei privater Altersvorsorge

61 Prozent der Befragten, die erwerbstätig sind, sehen sich nicht mehr ausreichend für den Ruhestand abgesichert. Dabei wird auch der Sinn der privaten Altersvorsorge in Frage gestellt. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase stellen sich 51 Prozent diese Frage – 2016 waren es 47 Prozent. Die Skepsis ist dabei in Ostdeutschland (58 Prozent) stärker ausgeprägt als in Westdeutschland (47 Prozent). Den größten Zweifel an der privaten Altersvorsorge haben dabei Befragte aus Berlin mit einem bundesweiten Spitzenwert von 65 Prozent. In diesem Zusammenhang sind auch die monatlichen Sparraten der Berufstätigen bei der privaten Altersvorsorge durchschnittlich um 16 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr, gesunken.

 

Bild: AXA

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