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Betriebliche Altersversorgung sehr ungleich verteilt in Deutschland

Eingestellt: 12. April 2017 um 08:46   /   durch   /   Kommentare (0)

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist in Deutschland nur mäßig vertreten. Lediglich 32 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nutzen die bAV, um fürs Alter zu sparen. Dabei gibt es große regionale Unterschiede.

V.E.R.S. Leipzig und die Versicherung Die Bayerische haben gemeinsam die Altersvorsorge in Deutschland untersucht. Dafür wurden landesweit 2.092 Kunden der Versicherung Die Bayerische Beamten Lebensversicherung sowie Testkunden eines Marktforschungsdienstleisters befragt. Gegenstand der Studie „Altersvorsorge im Wandel – Beratungsstrategien, Hemmnisse und Erfolgsfaktoren aus der Sicht des Endkunden“ war natürlich auch die betriebliche Altersversorgung.

Hamburg und Saarland vorne bei bAV

Arbeitnehmer nutzen die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten bAV-Modelle sehr unterschiedlich. Sind es in Hamburg und im Saarland 43 Prozent der Befragten, so nutzen in Mecklenburg-Vorpommern nur noch 6 Prozent dieses Sparmodell für die Rente. Dabei ist Mecklenburg-Vorpommern mit Abstand das Rücklicht, das zweitschwächste bAV-Bundesland ist Sachsen mit immerhin noch 20 Prozent.

Betriebsrentenstärkungsgesetz soll Aufschwung bringen

Trotz der nicht abreißen wollenden Kontroverse um das Betriebsrentenstärkungsgesetz, hoffen viele, dass es einen bAV-Aufschwung bringen wird. Der Mittelstand erwartet eine ansteigende Nachfrage und auch die Anbieter entsprechender Vorsorgeprodukte stellen sich neu auf (das dbr-Magazin informierte dazu im Beitrag „bAV-Reform – aus Sicht der Versicherer und Mittelständler“). Gerade für Bundesländer, die im Vergleich eher schwächer bei der deutschlandweiten bAV-Verteilung vertreten sind, Berlin (27 Prozent), Brandenburg (28 Prozent) oder Sachsen-Anhalt und Thüringen (beide jeweils 31 Prozent), könnte das die Trendwende bedeuten. Aber auch die Bundesländer, die aktuell vorne liegen, Hessen (39 Prozent), Bremen (36 Prozent) und Baden-Württemberg (35 Prozent), könnten mithilfe des Betriebsrentenstärkungsgesetztes den Anteil der bAV an der Altersvorsorge weiter ausbauen.

Branche im Umbruch

Insgesamt müssen Anbieter von Vorsorgeprodukten große Herausforderungen meistern – seien es regulatorische und administrative Anforderungen oder die kritische bis zuweilen sogar negative Branchen- und Produktberichterstattung in den Medien. Eine besondere Herausforderung ist dabei auf alle Fälle auch das Niedrigzinsumfeld, das die Anbieter zwingt, neue Modelle mit entsprechenden Renditen bereitzustellen. Die Macher der Studie führen auch an, dass in der Bevölkerung die Bereitschaft, sich langfristig an Spar- und Altersvorsorgeverträge zu binden, zunehmend sinke.

 

Bild: pixabay

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