bAV in Unternehmen

bAV-Reform – aus Sicht der Versicherer und Mittelständler

Eingestellt: 7. April 2017 um 10:52   /   durch   /   Kommentare (0)

Die Eckpunkte des Betriebsrentenstärkungsgesetzes sind abgesteckt, jetzt werden noch Details diskutiert und ggf. nachgebessert. Versicherungsanbieter und mittelständische Unternehmen stehen bereits in den Startlöchern und warten auf die Umsetzung, die zu Beginn 2018 erfolgen wird.

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz hat das Ziel, den Ausbau der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in Deutschland zu fördern. Es soll neue Anreize schaffen für den Auf- und Ausbau und hat dabei immer auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Fokus.

Anbieter von bAV-Produkten erwarten neue Vertriebsansätze

Die Versicherungsbranche sieht dem Betriebsrentenstärkungsgesetz zuversichtlich entgegen. Anbieter von bAV-Produkten bereiten sich auf vermehrte Anfragen vor. Die Marktdurchdringung ist bisher mäßig, es gibt also noch genügend Potential, das ausgeschöpft werden kann. Jedoch gibt es auch eine Herausforderung: Nach wie vor ist die bAV komplex und auch das Betriebsrentenstärkungsgesetz hat nicht zur Vereinfachung beigetragen. Das betrifft sogar beide Seiten – zum einen müssen die Versicherungsvertreter das notwendige Know-how bereithalten, zum anderen müssen die Kunden die Vorteile nachvollziehen können. Eine der größten Aufgaben wird daher die Kommunikation der Vorteile einer betrieblichen Altersversorgung sein.

Mittelstand erwartet steigende bAV-Nachfrage

Auch der Mittelstand sieht der Umsetzung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes zuversichtlich entgegen. Die Arbeitgeber erwarten eine steigende Nachfrage nach betrieblicher Altersversorgung. Der Versicherer Generali hat gemeinsam mit dem FAZ-Institut eine Befragung bei mittelständischen Unternehmen durchgeführt. 64 Prozent der Befragten erwarten ein steigendes Interesse ihrer Mitarbeiter an bAV-Produkten. Besonders aufgeschlossen sind dabei Unternehmen, die vermehrt auf Digitalisierung setzen (59 Prozent) sowie Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern (über 66 Prozent).

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz und die sich daraus ergebenden Neuerungen bringen aber natürlich auch Verunsicherung mit sich, gerade bei den Unternehmen, die sich bisher nicht so gut mit bAV-Produkten auskannten und bAV nicht oder nicht oft angeboten haben. 62 Prozent der befragten Unternehmen haben noch nicht entschieden, ob sie ihren Mitarbeitern entsprechende bAV-Angebote unterbreiten werden. 18 Prozent lehnen einen Ausbau des bisherigen bAV-Angebotes sogar jetzt schon aus. Immerhin fast genauso viele Unternehmen (17 Prozent) haben sich vorgenommen, das eigene Portfolio zu erweitern.

Digitalisierung schafft neue Wege

Für Unternehmen kann die Umsetzung und Verwaltung der angebotenen betrieblichen Altersvorsorge teilweise sehr komplex und kompliziert sein. Auch werden viele Unternehmen davon abgeschreckt, dass sich die Dauer der Betriebsrentenverpflichtung von der Erteilung der Zusage bis zum Tod des letzten Versorgungsberechtigten mitunter auf über 60 Jahre erstrecken kann. Daher sind gerade für die bAV Software-Lösungen wichtig, um Versorgungszusagen effektiv verwalten zu können. In der Umfrage der Generali sehen 58 Prozent aller befragten mittelständischen Unternehmen Online-Tools als Mittel der Wahl, um die angebotene bAV abzuwickeln und zu kontrollieren.

 

Bild: pixabay

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