Expertentalk, Sparen

Welche regionalen Unterschiede gibt es beim Sparen?

Eingestellt: 17. März 2017 um 08:35   /   durch   /   Kommentare (2)

Sparen gilt schon seit langer Zeit als deutsche Tugend. Doch kann man das für die Deutschen so pauschal sagen? Überwiegend wird nach wie vor gespart, aber es gibt mittlerweile große Unterschiede – zum Beispiel in den verschiedenen Bundesländern oder hinsichtlich der Motivation für das Sparen. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Elbe 19 im Auftrag von Union Investment hat das Sparverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen.

Nach wie vor ist Sparen sehr weit verbreitet und das trotz Niedrigzinsphase. 90 Prozent der Deutschen sparen im Durchschnitt 10,6 Prozent ihres Einkommens. 50 Prozent der Deutschen legen jeden zweiten Monat Geld zurück.

Regionale Unterschiede im Sparverhalten

Mit Blick auf die Bundesländer gibt es große Unterschiede beim Sparen. Am intensivsten wird in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bremen sowie in Schleswig-Holstein gespart, am wenigsten dagegen in Berlin. Auch die Motivation für das Sparen ist unterschiedlich. Während in Niedersachsen und Bremen hauptsächlich für den Notgroschen Geld zurückgelegt wird, steht in Sachsen-Anhalt die Sicherung und Verbesserung des Lebensstandards im Vordergrund. Hinsichtlich eigener Immobilie ist Baden-Württemberg Spitzenreiter, hier spart jeder Vierte für die eigenen vier Wände.

Wie emotional ist Sparen?

Auch die Einstellung zum Sparen ist innerhalb Deutschlands sehr unterschiedlich. Grob lassen sich die Deutschen in drei Spar-Typen unterteilen. Es gibt die Spar-Verweigerer, die ungern sparen. Diese Gruppe macht den kleinsten Anteil in Deutschland aus. Die zweitgrößte Gruppe sind die emotionalen Sparer, die dem Sparen offen gegenüberstehen und leidenschaftlich bei der Sache sind. Die größte Gruppe sind sachliche Sparer, dazu zählen immerhin fast zwei Drittel der Deutschen. Vertreter der drei Gruppen sind nicht gleichmäßig in Deutschland verteilt. Auffällig ist zum Beispiel, dass Menschen aus Sachsen besonders nüchtern sparen. 70,2 Prozent der Befragten gaben in Sachsen an, ihre Beziehung zum Sparen sei eine Zweckgemeinschaft. Ganz anders in Thüringen, wo 34,3 Prozent der Befragten ihre Beziehung zum Sparen mit einer Liebesbeziehung verglichen. Bei den Deutschen, die mit dem Sparen auf Kriegsfuß stehen, liegt Mecklenburg-Vorpommern ganz vorne. Fast jeder Zehnte gab an, seine Beziehung zum Sparen komme einem Rosenkrieg gleich.

Sparen für die Altersvorsorge

Die Unterschiede beim allgemeinen Sparen zeigen sich auch beim Sparen für die Altersvorsorge – auch hier gibt es regionale Unterschiede. Immerhin: Deutschlandweit ist die Altersvorsorge bei 50 Prozent das Hauptmotiv fürs Sparen. Es herrscht verbreitet Zweckoptimismus. 32,4 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie zu wenig für das Alter sparen, hoffen aber, dass es reichen wird. Mit Blick auf die Bundesländer bilden die Sparmuffel aus Berlin auch hier das Schlusslicht (44,8 Prozent). Am fleißigsten sparen die Hessen fürs Alter (55,5 Prozent).

Unser TOP-Thema für Sie!

„Sparen“ wird in den Monaten März und April das TOP-Thema im dbr-Webmagazin sein. Wir werden Sie hier in verschiedenen Berichten zu diesem Thema umfänglich informieren. Diskutieren Sie mit und nutzen die Kommentarmöglichkeit bei den Beiträgen. Wir freuen uns auf Ihre Meinung und einen regen Austausch!

Das Thema Sparen interessiert Sie? Lesen Sie hier mehr dazu:

 

Bild: Pixabay

Kommentare (2)

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Kommentar
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  • 17. März 2017 um 09:32 Norbert Wichmann

    Was hilft das beste Sparen, wenn die Ersparnisse der Staat später kürzt? Siehe das Gesundheitsmodernisierungsgesetz § 229 SGB V. In den 80igern und 90igern Jahren wurden die Arbeitnehmer in diese Falle gelockt. 2004 kam dann die SPD/Grüne- Regierung unter der Leitung von Horst Seehofer auf die „grandiose“ Idee, den Altersvorsorgenden durch die sogenannte „Doppelverbeitragung“ die Sozialleistungen nach Kapitalauszahlung ein weiteres Mal zu leisten. Verträge, Grundgesetz, BGB usw. alles Makulatur! Die heutige GroKo ändert das Unrecht seit Jahren auch nicht, nur selten sprechen es Regierende an. Und nun müssen von den Krankenkassen auch noch nicht nicht sozial versicherten Flüchtlinge (von der AOK) gestützt werden. Durch das Sozialabkommen mit der Türkei und Montenegro zahlen wir übrigens auch seit vielen Jahren für nicht in Deutschland lebende Familienangehörige in diesen Staaten, deren Familienmitglied in Deutschland arbeitet.
    Wie ändern wir das? –> Nur durch Abwählen!!

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    • 17. März 2017 um 11:39 Martina Welters

      Sehr geehrter Herr Wichmann,
      Ihre Verärgerung ist in einigen Punkten nachvollziehbar und es ist sehr gut, dass Sie aktiv die Politik mitgestalten möchten. Unbestritten ist aber, dass durch private Altersvorsorge oder betriebliche Altersversorgung der Lebensstandard im Alter stabilisiert oder verbessert werden kann. Daher ist privates Sparen wichtig, denn allein durch die gesetzliche Rente sind nicht alle gut bzw. ausreichend versorgt im Alter.
      Redaktion dbr-Webmagazin

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