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Weniger Vertrauen in die Altersvorsorge

Eingestellt: 1. Februar 2017 um 11:51   /   durch   /   Kommentare (6)

Glauben Sie noch daran, dass Sie mit Ihrer Rente zufrieden sein werden? Nein? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Das Vertrauen in die Altersvorsorge sinkt. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) führt einmal im Jahr eine Umfrage durch, mit der das Vertrauen in die Altersvorsorge erfasst wird. Die aktuellen Umfrageergebnisse spiegeln die allgemeine Verunsicherung wider.

An der Umfrage haben über tausend Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren teilgenommen. Alle waren sich einig: Die Zukunft ist in Sachen Altersvorsorge mehr als ungewiss. Das Vertrauen in die gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge war so schlecht wie seit 2010 nicht mehr und ist auch im Vergleich zum 4. Quartal 2015 noch einmal deutlich gesunken.

Sorge um den Lebensstandard im Alter

Über drei Viertel der Befragten gehen davon aus, dass sie ihren jetzigen Lebensstandard im Alter nicht werden halten können. Sie haben Angst vor Altersarmut. Im Gegensatz zur vorherigen Befragung hat sich dieser Wert nochmal um 7 Prozent verschlechtert (2015: 69 Prozent).

Vorsorgebereitschaft nach wie vor gering

Das Vertrauen in die Rente schwindet. Doch das kurbelt nicht etwa die Motivation an, selbst fürs Alter vorzusorgen. Denn auch das Vertrauen in betriebliche und private Altersvorsorge sinkt. Vom Vertrauensverlust war in erster Linie die private Altersvorsorge betroffen. Laut DIA schlägt sich hier besonders die mediale Verunsicherung nieder. Die anhaltende Niedrigzinsphase ist immer wieder Thema und verdüstert die Prognosen für das Alter. Auch die Kritik an der Riester-Rente, die nicht abreißen will, trägt maßgeblich zur Verunsicherung bei.

Ergänzende Vorsorge hält sich in Maßen

Von den Befragten möchten trotz des schwindenden Vertrauens lediglich 27 Prozent in den nächsten 12 Monaten aktiv werden und sich in Eigenregie um ihre Altersvorsorge kümmern. 43 Prozent der Befragten gaben hingegen an, sich ungeachtet des fehlenden Vertrauens nicht selbst um die Altersvorsorge zu kümmern.

 

Bild: PeterFranz/pixelio.de

 

Kommentare (6)

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Kommentar
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  • 2. Februar 2017 um 10:30 Ingrid

    Nie wieder SPD – angelockt und abgezockt mit Unterstützung der CDU und Grünen

    Von der Regierung angelockt, man könne mit einem pauschalversteuerten Betrag eine private Altersversorgung aufbauen. Aus formalen Gründen über den AG. Und nun steht es im betrieblichen Bezug und plötzlich soll es ein Versorgungsbezug sein. Eine Barlohnverwendung, ohne Rentenwahlrecht, ohne Versorgungszusage und AG-Haftung kann aber kein Versorgungsbezug sein!!!
    Man hat einfach die alten Verträge vor 2001, mit den neuen Verträgen gleichgestellt, obwohl die Verträge nach dem Betriebsrentengesetz, im Unterschied zu den alten Verträgen, in der Ansparphase Sozialabgabenfrei sind.
    Solange die Regierung das größte Unrecht seid Bestehen der Bundesrepublik nicht beendet haben sie 8 Millionen Wähler verloren.

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    • 3. Februar 2017 um 13:17 Martina Welters

      Hallo Frau Wulff,
      Ihre Verärgerung ist nachvollziehbar. Und die politische Entwicklung sowie aktuelle Diskussion trägt allgemein nicht dazu bei, dass Zusammenhänge verständlich und nachvollziehbar kommuniziert werden – so dass es wieder Vertrauen in die Altersvorsorge gibt. Daher versuchen wir vom dbr-Webmagazin die rentenpolitische Entwicklung objektiv darzustellen. Die politischen Entscheidungen können wir allerdings nicht beeinflussen, auch wenn wir dies das eine oder andere mal gerne machen würden.
      M. Welters, Redaktion dbr-Webmagazin

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  • 2. Februar 2017 um 10:48 Norbert Wichmann

    Was heißt denn hier weniger Vertrauen? Des Gesundheitsmodernisierungsgesetzt, von SPD/Grüne 2004 eingeführt, zeigt den Altersvorsorgenden „KEIN VERTRAUEN“ in die betriebl. Direktversicherung! Das nun 13jährige Unrecht bei den betriebl. Direktversicherungen. Altverträge wurden über die Köpfe der Beitragszahler geändert, von 10%, auf 15% und heute 20% Pauschalversteuerung und die Doppelverbeitragung bei Kapitalauszahlung von 18,5%, macht für den Altersvorsorgenden ein unerwartetes, vertraglich NIE vereinbartes Minus von 38,5%!! Und der neue Rentenentwurf von Adrea Nahles wünscht einen weiteren Ausbau dieses Unrechts!

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    • 3. Februar 2017 um 13:00 Martina Welters

      Hallo Herr Wichmann,
      wir können Ihre Unzufriedenheit gut verstehen. Auch wir sehen die geplante Reform der Betriebsrente skeptisch, ganz besonders den Punkt der Doppelverbeitragung. Wir werden über die weitere Entwicklung hier informieren. Über den Punkt Doppelverbeitragung wird zum Glück noch diskutiert, wie auch über weitere Punkte des Gesetzesentwurfes. Noch ist also das letzte Wort nicht gesprochen.
      M. Welters, Redaktion dbr-Webmagazin

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  • 6. Februar 2017 um 14:41 Lydia Rastetter

    Aber politisch aktiv sind die oben genannten Klagenden wohl nicht. Statt dessen wählen sie weiter CDU, SPD und Grüne und machen dann in der Rente dumme Gesichter, das die Rente so niedrig ist.

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    • 7. Februar 2017 um 13:08 Peter Gatzen

      Hallo Frau Rastetter,
      ob die Befragten selber politisch aktiv sind, geht aus der Umfrage nicht hervor. Welche Partei wäre denn aus Ihrer Sicht eine sinnvolle Wahl, wenn es um den Themenkomplex Rente/Altersvorsorge geht?
      P. Gatzen, Redaktion dbr-Webmagazin

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