Digitalisierung, Kolumne Gisbert Schadek

Stellenwert der Digitalisierung: Wem nützt sie? Was muss beachtet werden?

Eingestellt: 23. Februar 2017 um 09:40   /   durch   /   Kommentare (0)

Interview mit Gisbert Schadek, Vorstand der Entgelt und Rente AG, Langenfeld

 

Die Entgelt und Rente AG (E & R) beschäftigt sich bereits seit 1998 mit der technischen Umsetzung von Personalverwaltungsprozessen. Heute ist das Langenfelder IT- und Dienstleistungsunternehmen mit ca. 50 Mitarbeitern auf die Digitalisierung der Personal-, insbesondere auch der bAV-Verwaltung spezialisiert.

 

Herr Schadek, Digitalisierung ist aktuell in aller Munde. Ist es ein Hype oder ein ernst zu nehmender Trend?

Gisbert Schadek: Digitalisierung ist heute viel mehr als nur ein Trend, geschweige denn Hype. In sehr vielen Unternehmen ist die Digitalisierung bereits angekommen. Durch die sogenannte digitale Transformation, also die Umstellung auf digitale Prozesse, kann viel Potenzial gehoben werden. Abläufe werden schneller und kostengünstiger. Prozesse können automatisiert werden und sind durch diese Standardisierung fehlerfrei.

 

Viele Unternehmen scheuen den Aufwand, gerade auch personell. Muss für die digitale Transformation eine eigene Abteilung zur Verfügung stehen?

Gisbert Schadek: Die digitale Transformation kann individuell gestaltet werden, das kann jedes Unternehmen selbst entscheiden. Einige Unternehmen haben tatsächlich eine eigene Abteilung hierfür, andere hingegen arbeiten mit einem Chief Digital Officer (CDO). Wichtig in beiden Fällen ist es, dass Anbieter von digitalen Lösungen beratend zur Seite stehen und den digitalen Prozess begleiten, so dass die Umstellung reibungslos klappt.

 

Ist es überhaupt sinnvoll, eine generalisierte Lösung für sein Unternehmen zu erwerben? Jedes Unternehmen hat andere Anforderungen, wie kann das klappen?

Gisbert Schadek: Es stimmt, hier muss genau geprüft werden, ob die eingekaufte Lösung tatsächlich passt und 1:1 übernommen oder vom Programm nur ein kleiner Teil verwendet werden kann. Es gibt Systeme, die modular aufgebaut sind und sich den spezifischen Anforderungen von Unternehmen anpassen. Nur solche Lösungen, die individuell sind und maßgeschneidert auf die unternehmenseigenen Prozesse passen, bringen auch die Vorteile der Digitalisierung – Effizienzsteigerung bei gleichzeitiger Kostensenkung – mit sich.

 

Datensicherheit ist bei digitalisierten Abläufen ein großes Thema. Wie kann die nötige Sicherheit gewährleistet werden?

Gisbert Schadek: Datensicherheit und Datenschutz sind ganz zentrale Themen bei der Digitalisierung. Manchmal sind genau diese Themen auch die zentralen Hemmnisse, sich für Digitalisierung zu entscheiden. Es gibt aber auch bezüglich Datensicherheit gute Lösungen. So können Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert werden und unterliegen damit den strengen deutschen Datenschutzbestimmungen. Zudem gibt es zertifizierte, TÜV-geprüfte Rechenzentren, die ebenfalls Sicherheit garantieren.

 

Wie kann ein Prozess digitalisiert werden? Was muss dabei beachtet werden?

Gisbert Schadek: Bei der Einrichtung und Steuerung von Prozessen müssen verschiedene Risikofaktoren bedacht und soweit möglich ausgeschlossen werden. So muss z. B. gewährleistet sein, dass notwendige Informationen allen Beteiligten zur Verfügung stehen und korrekt weitergegeben werden. Durch Digitalisierung können die Risikofaktoren neutralisiert werden: Prozesse und Abarbeitungsschritte werden festgelegt und dokumentiert, die Zuständigkeiten werden klar definiert, Abläufe verlaufen automatisiert.

 

Können Sie konkrete Beispiele für die Vorteile der Digitalisierung nennen? Wie können zum Beispiel bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) digitale Prozesse Vorteile bringen?

Gisbert Schadek: Die Entgelt und Rente AG bietet für die bAV-Administration eine cloud-basierte Software-Lösung, den Rentenmanager, an. Damit sind alle bAV-Informationen jederzeit und überall abrufbar, da sie strukturiert und übersichtlich in einer Datenbank hinterlegt werden. Alle Mitarbeiter greifen auf dieselben Daten zu. Die Abarbeitung erfolgt programmgesteuert, Berechnungsfehler im Einzelfall sind damit ausgeschlossen. Das für die Bearbeitung notwendige Know-how ist im Programm hinterlegt, so dass die Bedienung intuitiv erfolgen kann – auch durch eine selbsterklärende Benutzeroberfläche. Die bAV-Administration wandelt sich damit von der fehleranfälligen Papierverwaltung zur effizienten Bearbeitung per Mausklick.

 

Wie wird sich, Ihrer Meinung nach, das Thema „Digitalisierung“ weiter entwickeln?

Gisbert Schadek: Ich bin davon überzeugt, dass sich die positive Entwicklung weiter fortsetzt! In den letzten Jahren ist zum Beispiel das Thema „Cloud“ in alle Bereiche der Unternehmen vorgedrungen. Im Personalbereich gab es vor nicht allzu langer Zeit noch starke Bedenken gegenüber Cloud-Lösungen. Mittlerweile haben viele Personaler die Vorteile erkannt und suchen gezielt nach diesen Lösungen. Aus unserer Sicht wird sich dieser Trend noch verstärken.

 

Sie unterstützen die Initiative Deutsche Betriebsrente Datentreuhand e. V., warum?

Gisbert Schadek: Der Deutsche Betriebsrente Datentreuhand e. V. ist eine unabhängige Initiative zur Förderung, Verbreitung und Professionalisierung der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland. Der gemeinnützige Verein verfolgt das Ziel, die bAV in kleinen und mittelständischen Unternehmen durch verbesserte Kommunikation, Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung und unabhängige Beratung zu fördern. Die Ziele des Vereins liegen auf unserem Kurs: Auch wir setzen uns dafür ein, durch Digitalisierung die Prozesse zu optimieren und die Effizienz in der bAV zu fördern.

 

Erfahren Sie mehr über die Digitalisierung der bAV-Verwaltung auf der Handelsblatt Jahrestagung „Betriebliche Altersversorgung 2017“, die vom 27. bis 29. März in Berlin stattfindet. Die Entgelt und Rente AG ist Digital Partner der Veranstaltung. Herr Gisbert Schadek hält am Mittwoch, 29. März, einen Vortrag zum Thema „Digitale bAV-Verwaltung in der Cloud“.

 

Bild: Gisbert Schadek/Entgelt und Rente AG

 

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