Demografie

Bevölkerungszahlen könnten stabilisiert werden

Eingestellt: 9. Februar 2017 um 08:56   /   durch   /   Kommentare (0)

Die deutsche Bevölkerung wird immer älter und nimmt stetig ab. Die sich daraus ergebenden Probleme hinsichtlich der Rente und allgemeinen Versorgung einer überalterten Bevölkerung werden in den Medien viel diskutiert. Nun scheint sich das Blatt jedoch zu wenden. Denn durch mehr Kinder und Einwanderer könnte laut aktuellem Demografie-Bericht des Bundesinnenministeriums die Bevölkerungszahl stabilisiert werden.

Ist die Bundesregierung bisher davon ausgegangen, dass bis Mitte der 2030er Jahre die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter erheblich schrumpft, geht sie im „Bericht der Bundesregierung zur demografischen Lage und zukünftigen Entwicklung des Landes“ nun davon aus, dass sich diese Entwicklung durch die hohe Nettozuwanderung deutlich mildern lässt. Auch die Prognosen bis zum Jahr 2060 fallen entsprechend positiver aus. Bisher ist die Bundesregierung davon ausgegangen, dass die Bevölkerungszahl bis dahin auf weniger als 70 Millionen Menschen schrumpfen wird.

Flüchtlinge in Zahlen

Bisher wurden allerdings auch nicht die Flüchtlinge berücksichtigt. Und die machen einen erheblichen Unterschied: In 2015 lag die Nettozuwanderung bei 1,1 Millionen, in 2016 bei 750.000 Menschen. Bei der Berechnung ist das Bundesinnenministerium bisher aber davon ausgegangen, dass jährlich lediglich eine Zuwanderung von 200.000 Menschen zu erwarten sei. Verschiedene Experten hatten das bereits seit einiger Zeit kritisiert. Das Bundesministerium hat für die aktuelle Berechnung schließlich die Zahl auf 300.000 Menschen erhöht.

Zuwanderer = Beitragszahler?

Um auch rentenpolitisch Entwarnung zu geben, ist es aber noch zu früh. Es bleibt abzuwarten, ob die Einwanderer Fuß fassen können im deutschen Arbeitsmarkt. Während Zuwanderer aus europäischen Ländern gut integriert werden können und damit Beitragszahler werden, wird dies laut Bericht bei Flüchtlingen länger dauern und schwieriger sein.

Geburtenrate steigt

Auch durch den Anstieg der Geburtenrate wird der Rückgang der Bevölkerung gedämpft. Seit den 1970er Jahren steigt die Geburtenrate und liegt für das Geburtsjahr 1980 bei einem Wert von 1,6 Kindern je Frau – im Vergleich dazu lag die Geburtenraten 1968 bei 1,49 Kindern.

Bevölkerung bleibt überaltert

Trotz Zuwanderung und steigender Geburtenrate bleibt aber ein Punkt unverändert: Die deutsche Bevölkerung ist überaltert. Der Altenquotient liegt für 2015 bei 35 Personen,
d. h. dass 35 Personen über 65 Jahre auf 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren kommen. Für das Jahr 2035 wird der Altenquotient bereits mit 40-50 Personen prognostiziert.

 

Bild: Klicker/pixelio.de

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