bAV-Branche

Sprechen Sie bAV?

Eingestellt: 28. Dezember 2016 um 13:52   /   durch   /   Kommentare (1)

Das Themenfeld der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist komplex – man könnte es auch kompliziert nennen. Es gibt verschiedene Durchführungswege, unterschiedliche Anbieter und immer wieder neue gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazwischen stehen die Arbeitgeber, die für ihre Arbeitnehmer auf der Suche nach einer passenden bAV sind, und die Arbeitnehmer, die sich unabhängig davon über ihre Möglichkeiten informieren möchten. Doch so einfach ist das oft gar nicht.

Aktuelle Studie belegt Kommunikationsdefizit

Nach wie vor gibt es viele Fehlannahmen und schlichtweg falsche Informationen zur bAV. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind ohnehin durch die politischen Diskussionen verunsichert. Die schlechte und undurchsichtige Informationslage trägt nicht zur Verbreitung der bAV in Deutschland bei. Das bestätigt nun auch eine aktuelle Studie von Willis Towers Watson. Das Beratungsunternehmen hat letzten Sommer über 100 Unternehmen gefragt, welche Erwartungen vor dem Hintergrund der immer größeren Rolle der Digitalisierung an die bAV-Kommunikation gestellt werden. Insgesamt fordert Willis Towers Watson, die HR-Kommunikation am Konsumentengeschäft zu orientieren.

Kann die bAV-Kommunikation mit der Digitalisierung Schritt halten?

Geht es um Digitalisierung erwarten Unternehmensvertreter in erster Linie eine Effizienzsteigerung. Diese Erwartung macht auch vor der bAV nicht halt. Doch die bAV hält mit der Digitalisierung nicht Schritt. Drei Viertel der Befragten waren zum Beispiel mit den ihnen zur Verfügung stehenden bAV-Tools nicht zufrieden. Neben der Optimierung der bAV-Abläufe gibt es noch ein zweites defizitäres Feld: Die Kommunikation rund um die bAV. Hier ist in der Studie von erheblichen Informationsdefiziten bei den Mitarbeitern die Rede.

bAV: Ein Buch mit sieben Siegeln

Fragt man die Mitarbeiter konkret zur bAV, ist das Ergebnis schockierend. Die bAV-Prozesse im eigenen Unternehmen werden nur von jedem siebten Mitarbeiter verstanden. Für die meisten, konkret für rund 75 Prozent, ist die bAV das berühmte „Buch mit sieben Siegeln“. Über die Hälfte der Befragten konnte auch mit den Standmitteilungen und Leistungsbescheiden nichts anfangen. Kein Wunder also, dass Mitarbeiter, die noch keine bAV haben, nicht wissen, ob sie dies überhaupt möchten. Für eine Entscheidung fehlen ihnen valide Informationen.

Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten

Mithilfe der Digitalisierung können laut Willis Towers Watson alle Prozessschritte deutlich schlanker und kostengünstiger abgebildet werden. Um mehr Transparenz und eine verbesserte Kommunikation bei der bAV anbieten zu können, planen die Unternehmen, die Möglichkeiten der Digitalisierung in Zukunft verstärkt zu nutzen. So wollen zwei Drittel der befragten Unternehmen in spätestens fünf Jahren Simulationsrechner für Ihre Mitarbeiter anbieten. Dabei sollen neben der bAV auch Benefits sowie private und gesetzliche Vorsorgemaßnahmen abgebildet werden.

Mitarbeiter fordern mehr Transparenz

Die befragten Mitarbeiter wünschen sich neben verständlicher Kommunikation und neuen Serviceangeboten auch die Möglichkeit, von überall und zu jeder Zeit auf Ihre Vorsorgedaten zugreifen zu können. Der Wunsch deckt sich mit den Prognosen der befragten Unternehmen. Hier gehen 70 Prozent davon aus, dass in spätestens fünf Jahren die bAV-Kommunikation überwiegend online oder sogar mobil stattfinden wird.

 

Kommentare (1)

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  • 29. Dezember 2016 um 09:35 Martina Welters, Redaktion dbr-Webmagazin

    Die Studie von Willis Towers Watson bestätigt auch unsere Beobachtungen. Daher bieten wir mit dem dbr-Webmagazin leicht verständliche und objektive Informationen zur betrieblichen Altersvorsorge an, um damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Umsetzung der bAV zu unterstützen.

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