Kolumne Gisbert Schadek

Entwicklungen in der betrieblichen und gesetzlichen Altersvorsorge – ein Jahresrückblick

Eingestellt: 20. Dezember 2016 um 08:37   /   durch   /   Kommentare (0)

Das Jahr 2016 nähert sich mit großen Schritten dem Ende. Eine Zeit, die ich gerne nutzen möchte, um die vergangenen Monate noch einmal mit dem Focus auf den Entwicklungen in der betrieblichen und der gesetzlichen Altersvorsorge Revue passieren zu lassen.

 

Um das Ergebnis dieses Rückblicks vorweg zu nehmen: Es ist zwar viel über die Vermeidung von Altersarmut und die Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge diskutiert worden und die Bundesregierung hat auch den Entwurf eines Betriebsrentenstärkungsgesetzes vorgelegt. Daneben wurden Neuregelungen bei der gesetzlichen Rente beschlossen und teilweise schon umgesetzt. Man muss aber kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass sich durch diese Maßnahmen keine wesentliche Verbesserung der Einkommenssituation der Deutschen im Alter ergeben wird.

 

Das Grundproblem, das die Deutschen vom Sparen abhält, wird weiterhin durch die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft ignoriert. Nämlich die große Verunsicherung der potentiellen Sparer. Ihnen fehlen die Lust am Sparen und die Zuversicht, dass sich der heutige Gehaltsverzicht auch lohnt. Selbst diejenigen, die sparen wollen, wissen nicht, welche Anlageform sich für sie anbietet bzw. wer sie in dieser Frage objektiv beraten kann.

 

Mangelnde Vorsorge für das Alter ist damit auch ein Kommunikations- und Beratungsproblem. Diese Erkenntnis hat sich leider noch nicht durchgesetzt, das zeigen insbesondere die Reformüberlegungen der Bundesregierung zur betrieblichen Altersvorsorge. Anstatt die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu vereinfachen, werden noch kompliziertere Regelungen und neue Formen der bAV eingeführt, die erst einmal von allen verstanden werden müssen.

 

Außerdem werden nach wie vor die Potenziale der Digitalisierung noch nicht ausreichend genutzt. Den Sparern fehlt einfach der Überblick über ihren Vermögensstand und ihre Möglichkeiten, diesen zu verbessern.

 

Für das nächste Jahr wünsche ich mir, dass sich gesellschaftliche Kräfte finden, die sich für eine faktische Stärkung der Vorsorgesituation der Deutschen einsetzen. Der Gesetzgeber kann hierbei nur die Rahmenbedingungen vorgeben. Diese mit Leben zu füllen, ist eine wichtige Aufgabe der Arbeitgeber. Gefordert sind hier aber insbesondere auch übergeordnete Organisationen, die ihre Mitglieder mit Fachwissen unterstützen können, hierbei denke ich z. B. an die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern.

 Bild: Entgelt und Rente AG/Gisbert Schadek

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