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Zweifelhafter Optimismus bei der Rente

Eingestellt: 2. November 2016 um 13:00   /   durch   /   Kommentare (0)

Eine aktuelle TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank hat den Deutschen bei ihrer Einschätzung der zu beziehenden Rente auf den Zahn gefühlt. Mit überraschenden Ergebnissen: Jeder Dritte glaubt nicht an eine Rentenlücke. So viel Optimismus überrascht angesichts der aktuellen Diskussionen. Aufklärung und Informationen sind notwendig, um Klarheit über die tatsächlichen Prognosen zu erhalten.

31 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Rente, die sie später beziehen werden, ausreichen wird, um den gewünschten Lebensstandard zu halten. Gerade auch junge Menschen seien entspannt – so das Fazit. Der Optimismus geht sogar so weit, dass 9 von 10 Befragten angaben, keine Einbußen bezüglich Lebensstandards im Alter hinnehmen zu müssen. Karsten Rusch, Postbank, stellt aber klar: „Diese Annahme ist in der Regel falsch.“ Momentan entspricht die Rente etwa 48 Prozent des Durchschnitteinkommens, im Gespräch sind aber weit geringere Prozentsätze für die Zukunft. Nicht umsonst gehen Gewerkschaften und Verbände auf die Barrikaden.

Optimismus bei der Rente – Grad der Ausprägung variiert mit dem Alter

Der Optimismus ist je nach Alter unterschiedlich ausgeprägt. Bei den über 60-Jährigen ist er mit fast 60 Prozent besonders hoch. Diese Gruppe glaubt überwiegend, allein mit der gesetzlichen Rente ihren Lebensabend in gewünschter Form bestreiten zu können. Anders sieht es bereits bei den Jüngeren aus: In der Gruppe der 50-59-Jährigen glauben dies nur noch 25 Prozent. Noch realistischer sehen das die Befragten im Alter von 40-49 Jahren: Hier gehen nur 17 Prozent von einer auskömmlichen Rente aus. Die Gruppe der 30-39-Jährigen bildet das Schlusslicht: Nur 7 Prozent gehen davon aus, von der gesetzlichen Rente den Lebensstandard halten zu können.

Gedankenlose Jugend: kaum private Altersvorsorge

Werden die Befragten noch jünger, so wandelt sich wieder das Ergebnis. Junge Befragte sind optimistisch, für sie ist die Rente gefühlt Lichtjahre entfernt. 23 Prozent der 16-29-Jährigen gehen davon aus, dass die gesetzliche Rente für den Ruhestand ausreichen wird. Nur logisch ist dann, dass 63 Prozent aus dieser Altersgruppe nicht in Eigenverantwortung für den Ruhestand vorsorgt. In allen befragten Altersgruppen ist das der höchste Wert bzw. anders herum ausgedrückt: alle anderen Altersgruppen sorgen trotz teils optimistischer Annahmen dennoch privat vor und verlassen sich nicht allein auf die gesetzliche Renten.

Nur wer Informationen hat, kann sich entscheiden

Die Ergebnisse sind alarmierend, werden Branchenkenner aber nicht überraschen. Die Informationslage zur Rente und zur Altersvorsorge im Allgemeinen ist unübersichtlich, die Informationen nicht immer zielgruppenverständlich, und das Geschäftsverhalten von Maklern, die auf Provision aus sind, fördert nicht wirklich das Vertrauen in die Altersvorsorge. Ein Dilemma für die Altersvorsorge. Mit gut strukturieren und leicht verständlichen Informationen könnte die Lage aber erheblich verbessert werden. Wer versteht, wie es um seine Rente steht, und zwar ganz fern der medialen Panikmache, der ist auch motiviert, privat oder betrieblich vorzusorgen, entsprechende Chancen zu nutzen, und sich nicht allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen. Für die betriebliche Altersvorsorge gibt es mit der Deutschen Betriebsrente Datentreuhand e. V. (dbr) eine Initiative, die aufklärt, berät und dabei unabhängig bleibt. Der gemeinnützige Verein hat das Ziel der Förderung, Verbreitung und Professionalisierung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV).

 

Bild: Alexander Raths – Fotolia.com

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