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Verbreitung betrieblicher Altersvorsorge – ein mächtiges trojanisches Pferd

Eingestellt: 19. Oktober 2016 um 10:25   /   durch   /   Kommentare (0)

Schon sprachlich ist das zum Scheitern verurteilt. Betriebliche Altersvorsorge ist ausschließlich – wie der Name schon sagt – eine innerbetriebliche Angelegenheit des Unternehmers und seiner Mitarbeiter. Wer also sollte was genau wohin verbreiten und warum?

Im Moment sehen wir Viele, die sich am Verbreiten der bAV beteiligen wollen, allen voran die Politik, Tarifvertragsparteien, Fonds, Versicherungen etc. Dabei werden viele Beweggründe und Ziele für dieses Engagement angeführt: Sicherung eines Lebensstandards oder aber auch nur der Grundbedürfnisse, Enthaftung der Arbeitgeber, effiziente Verwaltung des Geldes, wenn auch ohne Haftung, Schließen der Lücken und Vermeidung der Altersarmut.

Was hat das mit betrieblicher Altersvorsorge zu tun und warum sollte der Arbeitnehmer sich dafür interessieren? Denn da sind sich fast alle einig: Bezahlen soll das weitestgehend der Arbeitnehmer durch Gehaltsumwandlung oder ähnliches und die Risiken und Kosten der Kapitaldeckung soll er auch tragen. Bevor also eine Diskussion unter dem Decknamen „Verbreitung der bAV“ weitergeführt wird, sollten die Akteure vielleicht einmal den Arbeitnehmer fragen, ob er denn überhaupt interessiert ist, sich an einem tariflich oder staatlich reglementierten und bezuschussten Sparprozess zu beteiligen. Auch die Arbeitgeber könnten möglicherweise mit der ihnen zugedachten Rolle als Inkassostelle für Arbeitnehmerbeiträge an Fonds und Versicherungen nicht zufrieden sein.

Betriebliche Altersvorsorge ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, die der Arbeitgeber selbstverständlich aus unternehmerischem Kalkül (Personalbindung,
-gewinnung) erbringt. Der soziale Nebeneffekt rechtfertigt es sicherlich, dass der Staat dieses unternehmerische Engagement durch Zuschüsse an den Arbeitgeber unterstützt. Schließlich ersetzt der Arbeitgeber damit Leistungen, die sonst vom Staat zu erbringen sind. Manche Arbeitgeber werden sich das leisten, andere können oder wollen das nicht. Dafür braucht es dann aber keine Zielrente oder Beitragszusage. Die einfachere Lösung für „pay and forget“ ist nämlich die Gehaltsauszahlung. Diese ist auf jeden Fall deutlich transparenter als das Jonglieren mit vielen Erwartungsparametern bei der Gehaltsumwandlung, die häufig Entwicklungen der nächsten Jahrzehnte prognostizieren muss.

Zwischen der echten Betriebsrente und der reinen Gehaltszahlung wird es natürlich weiteren Gestaltungsbedarf geben, der aber mit dem alten Ansatz und der allenfalls für DAX-Unternehmen irgendwie verwertbaren „bAV“-Diskussion nicht gedeckt werden kann. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind schon längst in der Neuzeit angekommen und nutzen bspw. mit dem Rentenmanager digitale „out of the box“-Lösungen, die die jeweiligen betrieblichen Bedürfnisse und Anforderungen flexibel mit einer Auswahl an vorgefertigten Lösungen abdecken. Denn die besten Chancen, Arbeitnehmer zum Alterssparen zu motivieren – und nur darum geht es – hat ein Angebot, das transparent, effizient, modern und emotional ansprechend ist.

 Bild: Entgelt und Rente AG

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