bAV-Branche

Heute schon an morgen denken?

Eingestellt: 6. Oktober 2016 um 13:06   /   durch   /   Kommentare (0)

Das Thema Rente ist durch die aktuellen politischen Diskussionen in aller Munde. Aber sehen sich auch Jugendliche davon angesprochen? Wie denken sie über Altersvorsorge? Und welche Wünsche haben sie?

Die dritte MetallRente Jugendstudie geht genau diesen Fragen auf den Grund. Die Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzierung“ wurde vom Paritätischen Versorgungswerk MetallRente in Auftrag gegeben und wird alle drei Jahre durch das Forschungsinstitut TNS durchgeführt. Im Fokus stehen dabei Jugendliche, die zwischen 1985 und 2000 geboren wurden. Für sie ist nicht nur die Rente weit weg, sondern oft auch der Einstieg ins Berufsleben. Die Anforderungen an den Beruf und die Arbeitsbedingungen sind anspruchsvoll und so gestaltet sich auch der Berufsweg länger und fordert eine hochqualifizierte Ausbildung – ganz anders als bei ihren Eltern, die nach der Schule viel schneller in den Beruf starten konnten.

Mit dem verschobenen Start ins Berufsleben, verschiebt sich auch die Gestaltung der Altersvorsorge der Jugendlichen. Und auch die Rente der Jugendlichen wird nicht mehr das sein, was die Rente der Eltern war. Um den Lebensstandard zu sichern bzw. zu halten, wird die Rente, die heutige Jugendliche erhalten, nicht ausreichen – von 44 Prozent ihrer vorherigen Bruttogehälter geht die Studie aus. Daher sind die Jugendlichen mehr als alle anderen darauf angewiesen, sich um eine betriebliche und vielleicht auch private Vorsorge zu kümmern.

Das Sparverhalten der Jugend verschiebt sich

Trotz der Schwarzmalerei in den Medien ist die Mehrzahl der 2.500 befragten Jugendlichen im Alter von 17-27 Jahren optimistisch, wenn sie zu ihrer eigenen Zukunft und auch der Zukunft Deutschlands befragt werden – so ein Ergebnis der Studie. Und eine zweite wichtige Erkenntnis der Studie: Das Sparverhalten der Jugendlichen ist stabil – wenn auch das Sparziel sich verschiebt. Sorgten 2010 noch 66 Prozent der Jugendlichen für das Alter vor, waren es 2016 noch 58 Prozent – dabei sank der Anteil besonders bei weiblichen Jugendlichen auf 49 Prozent – im Jahr 2010 waren es noch 57 Prozent gewesen. Immerhin glauben jetzt weniger Jugendliche, dass sie kein Geld für ihre Altersvorsorge haben – 2016 waren es 38 Prozent, 2010 noch 42 Prozent. Dabei ist die Zuversicht in private Vorsorge gewichen: Nur noch 23 Prozent stimmen der Aussage „voll und ganz“ bzw. 40 Prozent „eher“ zu, dass man von einer privaten Vorsorge mehr erwarten kann als von der staatlichen Rente. Sechs Jahre zuvor waren es noch 31 bzw. 46 Prozent.

Planungsgrundlage der Jugendlichen: Zukunftschancen und -risiken

Trotz der allgemeinen Sparbereitschaft und der Bereitschaft fürs Alter vorzusorgen gibt es für Jugendliche trotzdem viele Herausforderungen, die dazu führen, dass konkrete Pläne zur Altersvorsorge selten umgesetzt werden. Zum einen müssen sie zukünftige Lebenssituationen, Zukunftschancen und -risiken vorhersehen und bei ihrer Planung so gut es geht berücksichtigen. Zum anderen benötigen sie umfassende Informationen über ihre Möglichkeiten, um sich zurechtzufinden und entscheiden zu können. Das Informationsangebot ist allerdings unübersichtlich und oft wenig hilfreich. Jugendliche sind daher offen für Systeme, bei denen zum Beispiel automatisch ein Teil des Einkommens in die betriebliche Altersvorsorge fließt, ohne das weitreichende Entscheidungen aktiv von ihnen gefällt werden – es aber dennoch die Möglichkeit gibt, den Automatismus abzuwählen (Opting-Out).

Aufklärung und Information für eigenständige Entscheidungen

Die Autoren der Studie empfehlen eine noch stärkere Aufklärung über die verschiedenen Formen der Altersvorsorge. Auch der Zugang und die Aufbereitung der Informationen solle sich der Zielgruppe Jugend anpassen. Im Gespräch ist sogar ein Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“, das genau diese Fragen klärt – 68 Prozent der Befragten befürworten diese Lösung. Auch wünschen sich die Jugendlichen regelmäßige und umfassende Informationen darüber, wie viel Rente sie zukünftig erhalten werden, um eine Planungsgrundlage zu haben. 91 Prozent wünschen sich diese Information bereits ab Berufsstart und nicht erst ab dem 27. Lebensjahr. Und diese Information soll alle Säulen der Altersvorsorge berücksichtigen, so der Wunsch von 62 Prozent der Jugendlichen – gerne als Online-Rentenkonto.

Unabhängige Informationen und individuelle Beratung des dbr e. v.

Um tatsächlich aktiv und eigenständig über die Altersvorsorge entscheiden zu können, benötigen Jugendliche neutrale, unabhängige Informationen, die klar gegliedert und leicht verständlich sind. Dieses Angebot bietet der Deutsche Betriebsrente Datentreuhand e. V. (dbr e. V.) bereits heute. Der gemeinnützige Verein verfolgt das Ziel, die betriebliche Altersvorsorge (bAV) durch verbesserte Kommunikation, Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung und unabhängige Beratung zu fördern. Neben dem umfassenden Informationsangebot, zu dem auch das Webmagazin gehört, bietet der dbr e. V. eine individuelle, persönliche Beratung über die Möglichkeiten der Altersvorsorge an – völlig ohne Vermittlungsabsicht. In Planung ist zudem das „Digitale Rentenkonto“, welches eine Gesamtübersicht über alle Versorgungsansprüche, egal welcher Herkunft – dies können Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge sein – ermöglicht. Als App ist es mobil nutzbar und spricht daher auch besonders gut Jugendliche an.

 

Bild: Andrey Popov – Fotolia.com

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