Basiswissen

Wie flexibel ist die Flexirente?

Eingestellt: 27. September 2016 um 08:45 Uhr   /   durch   /   Kommentare (0)

Flexibilität ist an und für sich etwas Positives und wird an verschiedenen Stellen des gesellschaftlichen Zusammenlebens gefordert. Nun soll auch die Rente flexibel werden. Aber was bedeutet das konkret? Und für wen bringt das Vorteile mit sich?

Am 14. September bekam der vorliegende Gesetzentwurf zur Flexirente vom Bundeskabinett grünes Licht. Andrea Nahles, Bundesarbeitsministern (SPD), freute sich über den „historischen Schritt“. Bereits 2014 hat die Arbeit daran begonnen, damals hatten SPD und Union die Flexirente als Ergänzung zur Rente mit 63 sowie zur erweiterten Mütterrente beschlossen. Das neue Konzept soll dazu motivieren, als Beschäftigter im Rentenalter weiter seine Arbeit auszuüben. Anders als bisher profitieren die Beschäftigen jetzt tatsächlich von ihrer Arbeit und werden nicht bestraft, wenn sie „zu viel“ verdienen. Im Herbst kann die nächste Hürde genommen werden: Beschluss durch die große Koalition im Bundestag. Wenn alles glatt läuft, kann das Gesetz zur Flexirente 2017 in Kraft treten.

Die Rente passt sich den Lebensumständen an

Wer in Zukunft im Ruhestand noch arbeiten möchte oder muss, der kann dies tun, ohne die bisherigen Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Wer älter ist als 65 Jahre und 5 Monate, der steigert durch die Beitragszahlungen seine Rente – und das unabhängig davon, ob die Rente schon beantragt wurde oder bezogen wird. Wenn der Wunsch oder die Notwendigkeit zur Arbeit besteht, passt sich das Rentenmodell flexibel an. Rentner, die wieder oder immer noch arbeiten, haben die Wahl, sich durch Arbeitnehmerbeiträge auch die ohnehin weiterlaufenden Arbeitgeberbeiträge zu sichern. Wer zum Beispiel als Rentner wieder für ein Jahr arbeitet, der bekommt in diesem Jahr seine Rente und sein Gehalt. Und im nächsten Jahr entsprechend mehr Rente, weil ein Jahr länger Beiträge gezahlt wurden.

Teilzeit lohnt sich auch für Rentner

Auch wer in den letzten Berufsjahren vor der gesetzlichen Altersgrenze sein Arbeitsvolumen reduziert und in Teilzeit arbeitet – anstatt in einen vorgezogenen Ruhestand zu gehen – soll davon mehr profitieren als bisher. Wer vor dem Renteneintritt auf ein Teilzeitmodell wechselt, kann die dadurch entstehenden Lohneinbußen durch eine Teilrente auffangen. Sollte der Verdienst höher sein als der Freibetrag, der bei 6.300 Euro liegen wird, werden 40 Cent pro Euro Arbeitslohn abgezogen – 60 Cent bleiben neben der Teilrente als Zusatzeinkommen. Das alte Modell, wonach bei mehrfacher Überschreitung einer Obergrenze von 450 Euro/Monat die vorgezogene Rente für ein Jahr um mindestens ein Drittel gekürzt wurde, entfällt.

Bild: Quelle: BMAS/Knoll

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