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Sparen für das Alter – wie geht das?

Eingestellt: 27. Juli 2016 um 14:21   /   durch   /   Kommentare (0)

Die Frage klingt einfach. Ist sie aber wirklich so leicht zu beantworten, wie Experten bzw. solche die behaupten, welche zu sein, uns weismachen möchten? Liest man die einschlägigen Ratgeber, ergibt sich folgender doch recht einfache Ablauf:

  • Sparziel bzw. Rentenlücke festlegen
  • Berater auswählen
  • Anlageprodukt auswählen
  • Beitrag berechnen
  • Sparen bis zur Rente
  • Lebensabend genießen

Das sagen nicht nur die Berater, die ihr Finanzprodukt verkaufen und eine hohe Provision erhalten möchten. Auch unabhängige Journalisten schwören in ihren Artikeln oft auf dieses Vorgehen. Letztere weisen dann lediglich noch darauf hin, dass man sich den Berater gut auswählen und darauf achten solle, dass er für die individuellen Bedürfnisse der richtige ist. Unabhängig solle er auch noch sein. An Tipps, wie man an so einen Berater kommt, fehlt es ebenfalls nicht.

In Wirklichkeit fängt die Schwierigkeit aber schon im ersten Schritt an: Bei der Festlegung des Sparziels. Wie kann ich berechnen, was immer wieder als Sicherung des Lebensstandards bezeichnet wird? Die nicht-unabhängigen Berater haben darauf eine einfache Antwort. Sie stellen Rentenlückenrechner zur Verfügung. Da zwischen dem Beginn des Sparens und dem Ende der Inanspruchnahme schnell schon mal bis zu 70 Jahre vergehen, kann das Ergebnis des Rentenlückenrechners aber gar nicht richtig sein. Es kann doch keiner sagen, wie sich die Preise, Steuer- und Beitragssätze und der Aufwand im Alter, beispielsweise für Krankheit und Pflege, entwickeln werden. Selbst wenn das Ergebnis richtig wäre – das Wissen um den errechneten, benötigten Beitrag bringt alleine wenig, wenn das verfügbare Einkommen nicht ausreicht, um die angebliche Rentenlücke zu schließen. Selbst staatliche Förderungen und „Gruppenrabatte“ helfen dabei nicht.

Wir kennen auch kein Patentrezept für das richtige Sparen, meinen aber, dass es einige einfache Grundregeln gibt, die man beachten sollte:

1. Zusätzliches Altersvermögen braucht jeder

Richtig ist, dass es nie zu früh ist, mit dem Sparen zu beginnen. Die gesetzliche Rente, gegebenenfalls auch ergänzt durch Sozialleistungen, wird nicht reichen, um mehr als die Grundbedürfnisse im Alter abzusichern. Auch wenn das gesparte Geld keine Zinsen abwirft oder sich sogar negativ entwickelt – wer spart hat im Alter ein Zusatzeinkommen zur Rente. Wer nicht spart ist auf Unterstützung aus öffentlichen Mitteln oder von seiner Familie angewiesen.

2. Vertrauen Sie stärker sich selbst und nicht einem Berater

Es ist wichtig, sich eine unabhängige Beratung zu suchen und sich über Anlageformen und Fördermöglichkeiten zu informieren. Kein Berater ist jedoch in der Lage, Ihnen ihre Anlageentscheidung abzunehmen. Das ergibt sich schon daraus, dass Sie selbst am meisten darauf angewiesen sind, dass die getroffene Entscheidung auch richtig ist.

Prüfen Sie die Informationen, die Sie von Beratern erhalten oder im Internet finden. Oft offenbart sich beim Blick „hinter die Kulissen“, dass hinter scheinbar unabhängigen Informationen nur die Absicht steht, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen.

3. Legen Sie Ihr Kapital möglichst flexibel und transparent an

Es sollten möglichst Anlageentscheidungen getroffen werden, die leicht auf geänderte Lebenssituationen angepasst werden können. Das Geld sollte also nicht komplett in eine Anlageform fließen. Sie sollten darauf achten, eine Liquiditätsreserve zu bilden, um in Notlagen nicht langfristige Anlagen mit hohen Verlusten auflösen zu müssen.

4. Seien Sie selbstkritisch bei der Berechnung Ihres Sparbeitrags

Wie eben erläutert, macht es wenig Sinn, den erforderlichen Sparbeitrag anhand der angestrebten Versorgung zu berechnen. Was zur Seite gelegt wird, ergibt sich daraus, was am Ende des Monats überhaupt noch übrig ist, um angespart zu werden. Das haben Sie letztlich selbst in der Hand und können es steuern. Sie müssen entscheiden, welche Ausgaben wichtig sind oder verschoben werden können. Auch diese Entscheidung können leider nur Sie treffen. Man sollte aber immer bedenken, dass aus den genannten Gründen nicht das gesamte Einkommen zum heutigen Konsum zur Verfügung steht.

Bildquelle: beeboys – Fotolia

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