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Das Jahr der Ängste – auch Angst vor sinkendem Lebensstandard im Alter nimmt zu

Eingestellt: 19. Juli 2016 um 13:59   /   durch   /   Kommentare (0)

Alarmierende Nachrichten über Terroranschläge und gewaltbereite Extremisten, harte Auseinandersetzungen über die Flüchtlingskrise und die Einwanderungspolitik: Die aktuellen politischen Themen treiben die Sorgen der Deutschen auf Spitzenwerte – so das Ergebnis der repräsentativen R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen 2016“. Aber auch Ängste im Bereich Altersvorsorge haben deutlich zugenommen.

„Nie zuvor im Laufe unserer Umfragen sind die Ängste innerhalb eines Jahres so drastisch in die Höhe geschnellt wie 2016“, so Brigitte Römstedt, Leiterin des Infocenters der R+V Versicherung.

Zum 25. Mal hat das R+V-Infocenter rund 2.400 Bürger nach ihren größten politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Sorgen befragt. Der Angstindex – der Durchschnitt der langjährig abgefragten Sorgen – steigt sprunghaft um 10 Prozentpunkte und erreicht mit 49 Prozent ein enorm hohes Niveau. Das resultiert aus dem ungewöhnlich hohen Anstieg einzelner Sorgen: Ganze zwölf der insgesamt 20 abgefragten Ängste überspringen zum Teil deutlich die 50-Prozent-Marke. Im vergangenen Jahr ängstigten nur vier Themen mehr als die Hälfte der Befragten.

Das Jahr der Ängste

„2016 ist das Jahr der Ängste“, kommentiert Professor Dr. Manfred G. Schmidt, Politologe an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg und Berater des R+V-Infocenters, dieses Ergebnis. Er registriert „erdrutschartige Verschiebungen“ im Ranking: „Die Sorgen um Geld, Gesundheit und Umwelt – in früheren Jahren noch Top-Themen – sind nicht verschwunden. Aber jetzt werden sie von schwerwiegenden Gefährdungen wie Terror, Extremismus oder EU-Schuldenkrise überlagert.“

Angst vor Kosten der Euro-Schuldenkrise stagniert auf hohem Niveau

Erhebliche Sorgen bereitet den Deutschen 2016 erneut die Angst ums Geld. Allerdings hat sich die Ursache in Laufe der Studie verschoben. „Nach der Einführung der Euro-Währung war die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten jahrelang der Angstmacher Nummer 1 und stand insgesamt 11 Mal an der Spitze des Ängste-Rankings, zuletzt 2010“, sagt Römstedt. Seit sechs Jahren sind die Kosten der Euro-Schuldenkrise in den Vordergrund gerückt. 2016 befürchten 65 Prozent (2015: 64 Prozent) der Befragten, dass die Euro-Schuldenkrise teuer für den Deutschen Steuerzahler wird.

Auch Altersvorsorge bleibt ein Thema

Schaut man sich die mediale Dominanz der Debatten an, ist es wenig überraschend, dass Terror und die Flüchtlingskrise in der Umfrage auf den vorderen Plätzen landen. Aber auch ein Blick in die aktuell weiter hinten liegenden Ränge der Erhebung lohnt sich, da auch hier die Werte deutlich gestiegen sind.

Die Angst vor sinkendem Lebensstandard im Alter hat beispielsweise um 9 Prozentpunkte zugenommen – ein ebenso deutliches Signal und eine deutliche Handlungsaufforderung an Politik und Gesellschaft. Auch wenn dieser Wert in dem hier präsentierten Ranking mit 46 Prozent nicht auf einem der vorderen Plätze landet. Ähnliche wie bei den meistgenannten Themen, stellt sich auch hier die Frage, ob die Politik in der Lage ist, dauerhafte, sichere Lösungen anzubieten, die nicht nur auf dem Papier kurzfristig beruhigen.

 

Bildquelle: hamburg_berlin – Fotolia.de

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