bAV in Unternehmen

Erfolgsfaktor bAV – Wie Unternehmen die betrieblichen Versorgungsleistungen attraktiv gestalten

Eingestellt: 29. Juni 2016 um 18:02   /   durch   /   Kommentare (1)

Durch das wirtschaftliche Umfeld wird die betriebliche Altersversorgung (bAV) nicht nur für Arbeitnehmer immer wichtiger. Auch Unternehmen dürfen ihr Potenzial als personalpolitisches Instrument nicht verkennen. Diese sowie weitere Erkenntnisse stellt die aktuelle Studie „Betriebliche Altersversorgung aus Arbeitnehmersicht“ von Willis Towers Watson dar.

„Gute bAV-Angebote müssen nicht nur die Merkmale berücksichtigen, die seitens der Arbeitgeber relevant sind, auch die Arbeitnehmersicht ist erfolgsentscheidend. Es muss an den richtigen Stellschrauben gedreht werden“, erläutert Dr. Thomas Jasper, Leader Retirement Western Europe von Willis Towers Watson. „Erst wenn Arbeitgeber es schaffen, den Mitarbeitern die betrieblichen Vorsorgeangebote verständlich und bedürfnisorientiert anzubieten, können diese die vorhandenen Modelle überhaupt zur Versorgung in Erwägung ziehen“, ergänzt er. So stecken derzeit viele Unternehmen erhebliches Engagement und auch finanzielle Mittel in die betrieblichen Vorsorgeleistungen – deren Erfolg könnte für die Unternehmen jedoch noch wesentlich größer sein.

Die Studie zeigt: Unternehmen profitieren von der deutlichen Bindungswirkung der  betrieblichen Altersversorgung. Die Hebelwirkung für die Gewinnung von Fachkräften ist damit nicht zu unterschätzen. Wichtig ist hier allerdings eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der bAV-Angebote. So stimmen mehr als 45 Prozent der Befragungsteilnehmer der Aussage zu, dass die betriebliche Altersversorgung ein wichtiger Grund ist, warum ein Arbeitgeberwechsel unattraktiv erscheint. Und auch Arbeitgeber sind sich oft im Wettbewerb um Talente der Bedeutung von Versorgungsangeboten bewusst. Ein Trend: Durch sogenanntes „Matching“ stocken Unternehmen die Arbeitnehmerbeiträge zusätzlich auf, die diese bereits in die bAV investieren.

Voraussetzung zur Wahrnehmung der bAV-Angebote ist allerdings, dass Informationen klar strukturiert und verständlich aufbereitet sind. „Es besteht gerade in der Kommunikation der bAV Handlungsbedarf“, betont Dr. Stephan Wildner, Leiter des General Consulting im Geschäftsbericht Retirement von Willis Towers Watson. Er mahnt: „Die personalpolitische Wirkung der Pensionspläne kann sich nur durch gute Kommunikation entfalten. Die Wertschätzung der Mitarbeiter erfolgt oft über die Kommunikation der Vorteile und Leistungen“. Die Umfrage zeigt damit deutlich, wo der Schuh drückt. Nur rund die Hälfte der Arbeitnehmer bewertet die zur bAV erhaltenen Informationen als nützlich. Zudem stimmt nur etwa ein Drittel zu, dass die Informationen rund um die betrieblichen Vorsorgeangebote verständlich sind.

Der Großteil der Arbeitnehmer erwartet einen aktiven Part des Arbeitgebers bei der Bereitstellung einer betrieblichen Altersversorgung. Die Bedürfnisse der Belegschaft müssen bei der Ausgestaltung der Angebote demnach in allen Facetten berücksichtigt werden. „Schauen Sie genau hin“, rät Jasper, „nur wenn Sie die Struktur der Belegschaft kennen, können Sie auch deren Bedürfnissen gerecht werden“. Demnach verdeutlicht die Studie: Mitarbeiter in Führungspositionen verlangen oft nach anderen Modellen als die übrigen Gruppen innerhalb der Belegschaft. Und so unterschiedlich die Bedürfnisse sind, gilt für alle Modelle ein Kriterium: Als wichtiger Baustein der Grundversorgung muss die bAV gegen Inflation gesichert sein.

Über die Studie

Befragt wurden in der zum dritten Mal durchgeführten Erhebung in Deutschland mehr als 2.000, weltweit mehr als 29.000 Arbeitnehmer aus Unternehmen mit 500 bis 10.000 Mitarbeitern. 72 Prozent aller Teilnehmer verfügen nach eigenen Angaben über eine betriebliche Altersversorgung bei ihrem Arbeitgeber. Die Befragten repräsentieren hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildung, Einkommen und Branchenzugehörigkeit ein breites Spektrum der Arbeitnehmerschaft (bezogen auf Deutschland).

 

Foto: Dr. Thomas Jasper, Leader Retirement Western Europe von Willis Towers Watson; © ME

Kommentare (1)

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Kommentar
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  • 15. Juli 2016 um 10:43 Edgar Bader

    Betriebsrenten sind nach meiner Auffassung ein Betrug, da die vorsorgenden Bürger ( 6 – 8 Mill. ) durch das GMG-Gesetz von 2004 um einen großen Teil ( 18 – 20% ) ihrer Ersparnisse aus der Direktversicherung gebracht werden und das ohne Vertrauensschutz.

    So lange die Politik legalisierten Betrug als rechtens ansieht ist der ein Dummkopf, der sich darauf einlässt

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