bAV in Unternehmen

bAV – ein wichtiger Baustein auch in der Kreativbranche

Eingestellt: 12. April 2016 um 10:48   /   durch   /   Kommentare (0)

Interview mit Christian Rüffel, Geschäftsführer Sabath Media Designagentur GmbH, zum Erfolg beim bAV Preis 2016

In Berlin wurde zum dritten Mal der Preis für betriebliche Altersvorsorge (bAV) verliehen. Bei der Preisverleihung im Rahmen der Konferenz „Zukunftsmarkt Altersvorsorge“ am 16. Februar im KaDeWe schaffte es die Sabath Media Designagentur in der Kategorie „kleine und mittlere Unternehmen auf den dritten Platz. Anlass für uns einmal genauer nachzufragen.

bAV als wichtiger Baustein

Der demografische Wandel in Deutschland verlangt ein verändertes Konzept für die Alterssicherung: Jeder Einzelne ist aufgerufen, seinen Beitrag zur Altersvorsorge zu leisten. Zentraler Baustein für eine gesicherte Rente ist die betriebliche Altersvorsorge.

Die Sabath Media Designagentur wurde schon mehrfach für ihre lebensphasenorientierte Personalpolitik ausgezeichnet, nun gehört zur Reihe der Auszeichnungen auch der Deutsche bAV-Preis, den die Agentur für ihre arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge für alle Hierarchie- und Altersstufen innerhalb der Firma erhielt. Damit gehört Sabath Media zu den Vorreitern in der Kreativbranche.

Erfolgsfaktor lebensphasenorientierte Personalpolitik

Die lebensphasenorientierte Personalpolitik ist schon lange fester Teil der Erfolgsgeschichte Sabath Medias: Für alle 40 Mitarbeiter übernimmt die Werbeagentur nun eine betriebliche Altersversorgung und somit Verantwortung Außerdem erhalten alle Mitarbeiter zusätzlich eine private Krankenzusatzversicherung mit kompletter Kostenübernahme durch Sabath Media.

Für die Vision 2020 – Sabath Media als führende Werbeagentur im Bereich Produktkommunikation – sind gute, gestärkte Mitarbeiter unerlässlich. Der Ausbau des bisher bereits gut frequentierten Full-Service-Angebots erfordert weitere Kreative. Die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge ist gewiss ein weiterer Anreiz, sich bei der Agentur zu bewerben.

 

Zum Thema bAV sprach dbr mit Geschäftsführer Christian Rüffel:

dbr: Herr Rüffel, beschreiben Sie kurz die Struktur der Agentur Sabath Media.

CR: Wir sind eine Full-Service-Agentur für die Bereiche Print und Online. Wir bieten unseren Kunden vielfältige Leistungen, von der Produktion von Katalogen, Flyern, Broschüren bis in den Bereich Point of Sale, von Packaging/Verpackung, Webseiten, 3D Visualisierung bis hin zur Fotografie. Unser Schwerpunkt liegt im Bereich der Produktkommunikation für Kunden im Groß- und Einzelhandel.

Die Agentur existiert seit 1995. Es gibt drei Geschäftsführer, Herrn Heid, Frau Sabath, unsere Gründerin und Gesellschafterin und mich. Wir beschäftigen knapp 40 Mitarbeiter, alle in Festanstellung. In unserer Branche ist es oft üblich mit Freelancern zu arbeiten. Das ist bei uns nicht der Fall.


dbr: Warum?

CR: Unsere Agentur ist nicht zentral auf Gewinnmaximierung ausgelegt, sondern auf kontinuierliches Wachstum und auf Mitarbeiterentwicklung. Darauf legen wir schon viele Jahre großen Wert.


dbr: Im Zentrum steht eine lebensphasenorientierte Personalpolitik. Dafür wurden Sie jetzt auch erneut ausgezeichnet. Was verbirgt sich dahinter?

CR: Jeder Mitarbeiter, ob jung oder alt, durchläuft verschiedene Lebensphasen. Berufseinsteiger arbeiten meist Vollzeit. Veränderte Lebensumstände wie beispielweise die Familienplanung verändern auch die Prioritäten unserer Mitarbeiter und sie äußern den Wunsch ihre Arbeitsstunden herabzusetzen. Es gibt unterschiedliche Bedürfnisse. Zu einer anderen Zeit kommt dann der Wunsch nach Weiterbildung. Wir bieten hierzu verschiedene Modelle, damit sich alle Mitarbeiter wiederfinden können.

Dennoch arbeiten wir natürlich im Projektgeschäft, das beinhaltet, dass Projekt zur vollsten Zufriedenheit abgewickelt werden müssen. Hierzu müssen alle im Projektteam an einem Strang ziehen. Dies alles in Einklang zu bringen, ist eine große Herausforderung, die wir gerne annehmen.


dbr: Warum bieten Sie ihren Mitarbeitern so viel Flexibilität?

CR: Alles basiert zunächst auf der Passion von Frau Sabath. Unsere Mitarbeiter sind unsere wichtigste Ressource. Wir haben keine Produktionsanlagen, wie sind auf das know how unserer Mitarbeiter angewiesen

Es ist unsere Aufgabe die Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeiter so einfach und effektiv wie möglich zu gestalten. Wenn ein Mitarbeiter durch äußere Umstände zu stark beeinflusst ist, kann er nicht effizient arbeiten. Wir als Arbeitgeber geben ihm dann die Möglichkeit, sich so aufzustellen, dass er wieder 100 Prozent Leistung bringen kann. Dazu gehört, auch Heimarbeit. Ich glaube das ist ein Hauptgrund, warum die Mitarbeiter bei uns arbeiten und warum wir eine so geringe Fluktuation haben.


dbr: Wie passt da das Thema bAV rein?

CR: Es ist ein weiterer wichtiger Baustein. Wir versuchen im Grunde unsere Personalpolitik stetig weiterzuentwickeln.

Begonnen hat alles mit dem Thema Vertrauensarbeitszeit. Die Mitarbeiter konnten abends gehen, wann sie wollten, mit einer einzigen Vorgabe: das Projekt muss laufen und der Kunde zufrieden sein. Danach haben wir das System um den Bereich Altersvorsorge ergänzt, für alle Mitarbeiter auf einem gleichen Niveau. Ende 2015 kam dann noch die private Krankenzusatzversicherung hinzu. Für jeden Mitarbeiter, bei voller Kostenübernahme durch Sabath Media.


dbr: Zur bAV: Jeder Mitarbeiter bekommt 76 Euro als Arbeitgeberanteil und kann das selber aufstocken. Wie ist das ganze angelegt?

CR: Wir bieten den Mitarbeitern 76 Euro komplett als Altersvorsorge oder 50 Euro Altersvorsorge und 26 Euro als Vermögenswirksame Leistung. Diese 76€ werden von Sabath Media komplett übernommen.


dbr: Das geht dann in eine Direktversicherung?

CR: Genau. Der volle Betrag fließt in den Direktversicherungsvertrag unserer Mitarbeiter. Unser Versicherungsmakler, der uns seit Jahren betreut, steht unseren Mitarbeitern dabei zur Seite.


dbr: Wie war im Vorfeld die Abstimmung, die Meinungsfindung? Es gibt ja noch andere Durchführungswege.

CR: Das Thema betriebliche Altersvorsorge existiert in der Agentur schon längere Zeit, aber eben nicht für alle auf gleichem Niveau. Vor der Zusammenführung gab es bei uns viele unterschiedliche Vereinbarungen. Wir wollten mit der Anpassung alle Mitarbeiter auf einen Level bringen. Deshalb war die Findungsphase kein langer Prozess. Wir haben schon lange ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zu unserem Dienstleister.


dbr: Themen wie Arbeitgeberhaftung etc. stellen keine Hindernisse für Sie dar?

CR: Nein, das war für uns kein Thema.


dbr: Betriebliche Altersversorgung verbreitet sich eher mühsam im Mittelstand. Was glauben Sie, wo sind die Hürden?

CR: Viele Unternehmen erhöhen lieber das Bruttogehalt, weil sie wahrscheinlich den Aufwand schwer abschätzen können und daher die Einführung scheuen, der mit betrieblicher Altersvorsorge verbunden ist. Wenn man als kleiner oder mittelständischer Betrieb beim Thema bAV ganz am Anfang steht, erscheint der Aufwand wirklich sehr hoch.

Wir haben unsere Lösungen Stück für Stück eingeführt und dabei schnell gemerkt, dass wir ausschließlich gute Erfahrungen machen. Plötzlich sind die Hürden nicht mehr so groß. Wir haben gesehen und sehen immer noch, dass diese Themen den Mitarbeitern sehr wichtig sind.


dbr: Ist bAV im Gesamtpacket genauso wertig wie andere Bestandteile?

CR: Ich halte bAV für ein ganz wichtiges und auch zentrales Thema. Natürlich würden viele, gerade junge Menschen zunächst lieber das Geld in der Tasche haben. Da muss man als Geschäftsführer ein wenig die schützende Hand darüber halten. Das Thema private Altersvorsorge ist sehr wichtig. Gerade im Kreativbereich machen sich viele Kollegen um solche Themen gar keine oder zumindest nur wenig Gedanken. Wir wollen deswegen hier auch Vorreiter sein.


dbr: Sie sehen das auch als ihre Verantwortung als Unternehmen?

CR: Ja, natürlich. Das gleiche gilt für die private Krankenzusatzversicherung. Auch sie ist eine Investition, da wir wollen, dass unsere Mitarbeiter abgesichert sind. Es geht uns hier auch um gesundheitliche Prävention. Wenn bei uns ein Mitarbeiter ausfällt, wird es schnell schwierig. Bei uns arbeiten die Maschinen nicht von alleine. Wir benötigen die Ressource Mensch.


dbr: Müssen Sie bei jungen Mitarbeitern mehr Überzeugungsarbeit leisten, um die entsprechende Wertschätzung zu erhalten?

CR: Ich muss sie nicht davon überzeugen, dass unser Angebot wirklich gut ist. Aber es gibt auch Gehaltsverhandlungen, in denen es um ein Mehr an Bruttogehalt geht und ich erinnern muss, dass es noch einige Leistungen mehr gibt, wie die betriebliche Altersversorgung, die private Krankenzusatzversicherung oder die Übernahme von Handykosten. Es handelt sich um ein Gesamtpaket. Darin liegt die größte Überzeugungsarbeit, auseinanderzusetzen, dass auch dieser Zuschuss Teil der Vergütung ist.


dbr: Wie und wann thematisieren Sie die bAV?

CR: Wir veranstalten jeden Monat einen Mitarbeiterabend, auf dem Themen wie bAV oder auch private Krankenzusatzversicherung vorgestellt werden.

Es gibt hier auch wirklich gute Angebote. Bei diesen Veranstaltungen bekommt man ein sehr detailliertes Feedback, ob sich die Mitarbeiter für ein Thema interessieren oder nicht.

 

Foto: Christian Rüffel, Geschäftsführer Sabath Media Designagentur GmbH

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