Kolumne Gisbert Schadek

Sieben Thesen zur echten Betriebsrente

Eingestellt: 12. Januar 2015 um 07:35   /   durch   /   Kommentare (0)

von Gisbert Schadek, Vorstand der Entgelt und Rente AG und Vorstand des Deutsche Betriebsrente Datentreuhand e.V. (dbr)

Ein Betrieb kann sich mit einem maßgeschneiderten bAV-Angebot von anderen Betrieben im Wettbewerb um Fachkräfte abgrenzen. Er kann gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und befriedigt ein elementares Bedürfnis seiner Mitarbeiter nach Sicherheit und Absicherung eines Alterseinkommens. Das gibt ihm sowohl bei Kunden als auch bei seinen Mitarbeitern ein gutes Image und fördert die unternehmerischen Ziele.

Aber damit das funktioniert, muss Betriebsrente nicht nur neu gedacht sondern vor allem auch richtig gemacht werden.

Eine Betriebsrente ist aber nur dann ein sinnvolles Vorsorgeinstrument, wenn die Verantwortlichen im Unternehmen sie so ausgestalten, wie es der Name verspricht – als ergänzende Altersversorgung, die der Arbeitgeber seinen Beschäftigten zukommen lässt. Eine Pseudo-Betriebsrente wird von den Mitarbeitern schnell als solche entlarvt – spätestens wenn sie nach der zu erwartenden Leistung und damit nach der Effizienz fragen. Deshalb brauchen wir ein Rückbesinnung auf den Gedanken der echten Betriebsrente.

Doch was ist eine „echte Betriebsrente“? 

Ich habe meine Auffassung dazu in sieben Thesen überführt und möchte diese hier zur Diskussion stellen.

  1. Primat der Betriebe
    Die Vereinbarung und Gewährung von Betriebsrente ist ausschließlich eine Angelegenheit der Betriebe. Hier ist der Staat nicht zuständig!
  2. Auskömmliche Altersversorgung
    Betriebsrente dient in erster Linie der Absicherung einer ergänzenden auskömmli-chen Altersversorgung der Arbeitnehmer durch den Betrieb.
  3. Finanzierungslasten
    Die Verteilung der Finanzierungslasten und -risiken zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist immer von den jeweiligen wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen abhängig.
  4. Fiskalische Pflichten
    Der Staat ist aus fiskalischer Sicht verpflichtet, positive Rahmenbedingungen für Betriebliche Altersversorgung (bAV) zu schaffen und zumindest Hemmnisse zu vermeiden, da bAV erheblich zur Vermeidung von Altersarmut beiträgt und den Staat von künftigen Sozialleistungen entlastet.
  5. Organisation
    Die klassische Unterscheidung in die 5 Durchführungswege und damit einhergehende unterschiedliche steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Behandlung ist überholt, da die administrativen Elemente heute durch Digitalisierung der Prozesse deutlich kostengünstiger und effizienter abgebildet werden können und flexibel mit allen möglichen Finanzierungsformen kombinierbar sind.
  6. Qualität
    Es sind Qualitätsstandards für eine echte Betriebsrente zu definieren, die sich nicht wie bisher ausschließlich auf die Art der Finanzierung beziehen, sondern produktunabhängig die Effizienz, Kommunikation, Standardisierung und Nutzung kollektiver Elemente in den Vordergrund stellen.
  7. Sicherungssysteme
    Der Einsatz qualitativ anerkannter, digitaler, kollektiver Administrationselemente führt zu einer qualitativen Verbesserung der Jahresmeldung an den PSV und stellt sicher, dass im Insolvenzfall eine reibungslose Übernahme der Verpflichtungen den PSV gesichert ist.

Ich freue mich auf Feedback und Kommentare und bin gespannt auf die Diskussion. Nutzen Sie dazu gern das Kommentarfeld unter der Kolumne oder schreiben Sie an die Redaktion.

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